Albig in Rheinhessen

Katholische Kapelle Mariä Geburt

Außenansicht des Rathauses. Die Kapelle befindet sich im Erdgeschoss. Der Dachreiter gehört zur Kapelle.[Bild: Alexander Wißmann]

Im Erdgeschoss des Rathauses von Albig befindet sich die Kapelle der katholischen Gemeinde, die der Geburt Mariens geweiht ist. Die Kapelle ist nach mit dem Rathaus 1766 erbaut und sukzessive ausgestattet worden.[Anm. 1] Der Kapellenraum ist quer orientiert. Die flache Decke wird von einer dreifeldrigen Stuckdecke durchzogen. Im östlichen Teil befinden sich ein Beichtstuhl und die Sakristei. Das Zentrum der Kapelle bildet ein dreigeschossiges Ädikula-Retabel aus dem 18. Jahrhundert. [Anm. 2] Im Auszug des Retabels befindet sich eine kleine Holzstatuette der Muttergottes mit dem Jesuskind, die dem Aschaffenburger Bildhauer Anton Wermerskirch (1654-1728) zugeschrieben wird.[Anm. 3] Neben dem Altar steht auf einer Konsole eine weitere Madonnenfigur aus dem 18. Jahrhundert. Eine weitere kleine Statuette aus dem 18. Jahrhundert stellt den Hl. Johannes Nepomuk dar, dem Patron der Beichtenden und der Priester. Er hält in seiner Hand eine Zunge, da die Zunge des Hl. Johannes Nepomuk bei der Graböffnung unverwest vorgefunden wurde.[Anm. 4] Eine weitere schöne Arbeit aus derselben Zeit ist das vierfigurige Gruppe der Krönung Mariens (um 1740).[Anm. 5] Maria wird in den Himmel aufgenommen, wo sie durch Gottvater, ihrem Sohn Jesus Christus und dem Hl. Geist gekrönt wird. Die Kanzel ist schlicht mit einfachem Rankenwerk versehen. Die Fenster zeigen mehrere Heiligendarstellungen, darunter die mystische Verlobung der Hl. Katharina von Alexandria mit dem kleinen Jesus, die Verkündigung an Maria und Christi Abnahme vom Kreuz. Das Fenster mit der Kreuzabnahme wurde 1909 von der Familie von Nicolaus Brunnengräber gestiftet, das Katharinenfenster zum Andenken an die verstorbene Katharina S.

Sogenannte Rathauskapellen hat es einige in der Kurpfalz gegeben. Es sind nur noch wenige vorhanden. Neben Albig besitzen noch Flomborn und Nieder-Flörsheim  eine katholische Rathauskapelle.

 

 

 

Nachweise

Verfasser: Alexander Wißmann M.A.

Verwendete Literatur:

  • Baumstark, Reinhold; Herzogenberg, Johanna von; Volk, Peter (Hrsg.): Johannes von Nepomuk 1393-1993 (Katalog zur Ausstellung im Kloster Strahov in Prag 17. Mai- 15. August 1993 und im Bayerischen Nationalmuseum in München 17. September - 14. November 1993), München 1993. 
  • Döry, Ludwig Baron: Anton Wermerskirch. Bildhauer von Aschaffenburg. Ein Beitrag zur Kunstgeographie des Barock, in: Kunst in Hessen und am Mittelrhein, Darmstadt 1969, S. 73-95.
  • Ecker, Diana: Kirchen, Kapellen & Heiligenhäuschen. Katholische Glaubensorte in Rheinhessen, Bad Kreuznach 2016.
  • Huyer, Michael; Krienke Dieter: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 20.1., Kreis Alzey-Worms, Worms 2013.

Aktualisiert am: 10.10.2016

Anmerkungen:

  1. Ecker 2016, S. 21  Zurück
  2. Huyer, Krienke 2013, S. 58.  Zurück
  3. Döry 1969, S. 95. Zurück
  4. Siehe Baumstark et al. 1993, S.124.  Zurück
  5. Gall 1961, S. 109 Zurück