Hachenburg im Westerwald

Beustsches Haus in Hachenburg

Nach dem großen Stadtbrand von 1654, bei dem die Stadt bis auf wenige Häuser abbrannte und bei dem auch die ehemaligen Burgmannensitze in der Herrnstraße (wie auch die in der Perlengasse 2 und Mittelstraße 2) zugrundegingen, war das vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammende Burgmannenhaus über den alten Kellern mit den für Hachenburg einzigartigen Kreuzgewölben wieder aufgebaut worden. Die Grafentochter Franziska Eleonore Clara, die nach ihrer Ehe mit dem Grafen Anton von Pöttingen als junge Witwe von Passau nach Hachenburg zurückkehrte, machte es zu ihrem Wohnsitz. Zahlreiche Dokumente belegen, dass die Gräfin das Haus um 1698 umbauen ließ. Aus dieser Zeit stammt wohl auch das Treppenhaus mit dem beeindruckenden Holzgeländer.[Anm. 1]

Im 18. Jahrhundert kam das nach der Gräfin benannte Pöttingische Haus in den Besitz des Kanzleirats Detmar Heinrich von Grün. Ihm, der es um 1766 erheblich umbauen und erweitern ließ, ist das barocke Erscheinungsbild des Gebäudes zu verdanken. Es entstand ein repräsentativer Barockbau in verputztem Fachwerk mit Mittelrisalit und Giebel.[Anm. 2]

Der heutige Name des Hauses geht auf den Geheimen Rat, herzoglichen Regierungsrat und späteren Regierungsdirektor Ludwig August von Beust zurück, einen Schwiegersohn des Kanzleirats von Grün. Im Haus wohnte von 1779 bis etwa 1789 und von 1791 bis zu ihrem Tod im Jahr 1792 die mit von Beust verschwägerte Hachenburger Dichterin der Goethezeit, Albertine von Grün (1749-1792). Die Familie Beust wohnte bis 1813 in dem Anwesen. Danach begann der Niedergang des Hauses. Lange kümmerte sich niemand um das Herrenhaus, 1979 sollte es sogar abgerissen werden. Erst durch das Engagement von Rosemarie Goeke und Elisabeth van den Berge konnte der drohende Abriss verhindert werden. Die beiden Schwestern nahmen Kontakt zum Landesdenkmalamt in Mainz auf, wo man sich sehr interessiert zeigte. Man konnte die Stadt davon überzeugen, das Haus zu versteigern. Seit Herbst 1979 begannen die Schwestern zu renovieren, 1980 zogen sie auch dort ein. Die beiden, seit 2000 Ehrenbürgerinnen der Stadt, bewohnen auch heute noch das prachtvolle Gebäude.[Anm. 3]

Redaktionelle Bearbeitung:

Alexander Wißmann M.A.

Verwendete Literatur:

  • Grathoff, Stefan: Geschichte der Stadt Hachenburg, Hachenburg 2011.

Erstellt am: 

26.06.2018.

Anmerkungen:

  1. Siehe Grathoff 2011, S. 509. Zurück
  2. Siehe a.a.O., S. 510. Zurück
  3. Siehe a.a.O., S. 511. Zurück