Hilgert im Westerwald

Die alte Schule

[Bild: Horst Bartels]

Der erste namentlich bekannte Lehrer der Schule war Johannes Wilhelm Kohl, der vermutlich von etwa 1754 bis 1764 an der Hilgerter Schule tätig war. Vor der Anstellung eines Lehrers nahm der Alsbacher Pfarrer eine Prüfung der Bewerber vor. 1816 wurde die Schule in Dokumenten als „Dingschule“ bezeichnet und hatte circa 60 Schüler. Mit einem Edikt der nassauischen Landesregierung kam es am 24. März 1817 zu einer allgemeinen Reform des bisherigen Schulsystems. An die Stelle der bisherigen Pfarrschulen traten, von den Zivilgemeinden getragene, Elementarschulen. Außerdem herrschte von nun an eine Schulpflicht, die alle Kinder von sechsten bis zum vierzehnten Lebensjahr einschloss. Die Kinder bekamen zudem erstmals Industrieunterricht, bei dem es sich um eine Art Arbeitslehre handelte. Die Aufsicht über die Schule übernahm zunächst der Ortsschulvorstand, später fiel diese Aufgabe staatlichen Schulinspektoren zu. Die Ausbildung der Lehrer übernahm ferner ein Schullehrerseminar in Idstein. Schließlich waren die Reformen bis 1818 vollständig umgesetzt. Am 10. Mai 1819 zählte die Schule bereits 88 Kinder. In einem Bericht an das nassauische Amt Selters wurde deshalb bemängelt, dass die Schule inzwischen viel zu klein geworden sei. Mit einem Erlass vom 8. November 1820 genehmigte die nassauische Landesregierung infolgedessen den Bauplan für einen Anbau. Nachdem geklärt war wie dieser finanziert werden sollte, wurde der Bau 1822 fertiggestellt und am 11. August 1822 abschließend eingeweiht.

Nachweise

Verfasser: Christian Engeroff

Erstellungsdatum: 21.02.2014

Literatur:

  • Schnug, Claus-Dieter/Bartels, Horst: Hilgert - Ein Westerwalddorf im Wandel der Zeit. Hilgert 2013.