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Museum auf Burg SooneckSooneckerstrasse 155413 NiederheimbachTel 06743/6064Fax 06743/949258

Burg Sooneck

Burg Sooneck ist vielleicht bereits im 11. Jahrhundert (nach Tillmann 1015) zum Schutz der Vogtei durch den Abt des Klosters Cornelimünster bei Aachen in Auftrag gegeben worden. Mit dem Neubau und Burg Reichenstein versuchte das Kloster, seinen Fernbesitz am Rhein im Gebiet um Trechtingshausen und Niederheimbach zu schützen. Bewohnt wurde die Burg von den Vögten der Abtei. Dies waren ab 1213 die Herren von Bolanden bzw. ab 1241 von Bolanden-Hohenfels. Die Hohenfelser suchten von ihren Vogtburgen Sooneck und Reichenstein die umwohnenden Ortschaften heim, indem sie Güter an sich rissen, sie unternahmen sogar – so wurden sie damals allgemein beschuldigt – von ihren Burgen regelrechte Beutezüge, um Vorbeiziehende ihres Geldes und ihrer Waren zu berauben. Diese Übergriffe riefen 1254 angeblich den Rheinischen Städtebund auf den Plan, dessen Truppen die Burgen belagert haben sollen (Siehe Burg Reichenstein).

Angeblich (Tillmann) war die Burg Mitte des 13. Jh. im Besitz des von König Richard von Cornwall ernannten Reichsverwesers von Saneck.

Der Ärger mit den Vögten aus dem Hause Bolanden-Hohenfels führte 1270 zum Verkauf des gesamten Besitzkomplexes des Kloster Cornelimünster an das Mainzer Domkapitel und das Stift Mariengreden zu Mainz 1270. 1271 willigte Philipp von Hohenfels notgedrungen in den Verkauf der Burg ein; er stellte einen Lehensrevers für die Mainzer Kirche aus. Doch die Klagen über seine Amtsführung hörten nicht auf. 1282 eroberten und zerstörten Truppen König Rudolfs von Habsburg die „landschädliche“ Burg „von Reichs wegen“ (siehe Reichenstein). Der Herrscher verbot 1290, den Vogtsitz wieder aufzubauen. Die Vogtei der Hohenfelser wurde an Kurpfalz veräußert. Das Bauverbot wurde erst 1344 wieder aufgehoben. Damals wurde der zwischen Kurpfalz und Mainz schwelende Streit zwischen Pfalzgraf und Mainzer Erzbischof zugunsten des Erzstiftes entschieden, das bereits die Grundherrschaft besaß. Erzbischof Heinrich III. belehnte am 19.4.1346 den erzbischöflichen Marschall und Schultheißen von Lorsch, Ritter Johann Marschall von Waldeck, mit Burg Sooneck. Sie sollte nach seinem Tod als gemeinsames Lehen an vier seiner Erben fallen und Offenhaus des Erzstiftes bleiben. Der Ritter sollte das mainzische Gebiet um Sooneck und Heimbach schützen. Ritter Johann nahm die Aufgabe ernst und richtete sich auf der Burg ein. Wenig später führte er den Beinamen „genannt von Saneck“. Am 22.4.1346 gelobt er, seine mainzische Lehnsburg auch den Vertretern des Mainzer Stiftes Mariengreden zu öffnen. Im Jahr 1349 erlaubte König Karl IV. (nachträglich?) dem Johann von Waldeck, Sooneck wieder aufzubauen. Wenig später ist die Anlage wieder funktionsfähig, denn schon 1350 nahm Johann von Waldeck seine Neffen Sibold von dem Burgtor als Burgmann auf. In der Zeit zwischen 1354-1361 beschwerte sich der Stahlberger Burggraf Werner Knebel darüber, dass er auf dem Leinpfad von Sooneck aus beschossen worden sei. Er forderte den Erzbischof auf, dies künftig zu unterbinden. Sooneck war in der Folgezeit in wechselndem Besitz einzelner Familienzweige der Herren von Waldeck, die einen regelrechten Ganerbenverband errichteten. In der Nachfolge des Vaters trug Johann d.J. den Namen der Burg. Mitbesitzer waren seine Brüder Johann und Emmerich. 1395 wurde ein Burgfriede zu Sooneck geschlossen. Seit 1449 war die Familie von Breidbach Mitbesitzer der Burg. Gerlach von Breidbach war Schwiegersohn des Johann von Sooneck, mit dessen Tod 1453 die Linie zu Sooneck erlosch. In seine Lehen traten 1456 Johann von Breidbach, Conz Marschall von Waldeck zu Iben,  Johann Marschall und Philipp von Waldeck auf Reichenstein (gest.1495) ein. Mit dem Tod Philipps Melchior von Waldeck 1553 starb die Familie aus. Danach wurden die von Breidbach zu Bürresheim allein mit der Burg belehnt. Sie erweiterten die Anlage noch, bis auch sie ausstarben. Danach begann Sooneck zu verfallen.

Nach Bodmann soll 1271 Philipp d.Ä. von Hohenfels die Burgen Reichenstein und Sooneck sowie die Dörfer Trechtingshausen und Heimbach als Lehen empfangen haben.

Im pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Sooneck 1689 wie alle linksrheinischen Burgen von den Franzosen gesprengt. In der Person-Karte von 1689 ist Sooneck als ruiniertes schloß verzeichnet. Das Mainzer Domkapitel verkaufte das Burggelände an die Gemeinde Niederheimbach. 1834 erwarben Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und seine Brüder Carl und Albrecht gemeinsam die Ruine und ließen sie von 1843 bis 1861 nach Plänen des Koblenzer Festungsbaumeisters Ingenieurmajor Karl Schnitzler als Jagdburg wieder aufbauen. Burg Sooneck ist seit 1918 im Besitz des Staates, nach dem 2. Weltkrieg als Rechtsnachfolger des Landes Rheinland-Pfalz und damit in der Obhut der Verwaltung der Burgen, Schlösser und Altertümer. Sie ist eine der letzten der von den Hohenzollern im 19. Jahrhundert wieder aufgebauten Ritterburgen am Rhein.

Der Name Sooneck

Der Name der Burg änderte sich über die Jahrhunderte nur unmerklich: 1271 Sanecke; 1282 Sanegge, Saenecke, Saineke; 1290 Castrum Saneck; 1369 Saynecke; 1397 Sanek; ca. 1690 Soneck. – Etymologisch wird der Burgname von dem vorgermanischen Waldnamen Sana  und  mittelhochdeutsch -ecke (in Burgennamen) hergeleitet.

Baubeschreibung nach Dehio

Die Burg des 14. Jahrhunderts, deren Kern vielleicht noch auf das 12. Jahrhundert zurückgeht, in den Außenmauern in wesentlichen Teilen erhalten. Die Hauptburg, auf dem höchsten Punkt in der Nordwestecke der Anlage, hat ungefähr rechteckigen Grundriss. Die besser geschützte Osthälfte nimmt der dreigeschossige Wohnbau ein, die Westhälfte (Angriffsseite) ein enger Burghof, in dessen Ecke sich der mächtige quadratische Bergfried erhebt. Wohnbau und Bergfried waren durch eine Holzbrücke miteinander verbunden und sind von (größtenteils noch originalen) Zinnen und Erkertürmchen bekrönt; anstelle der heute flachen Dächer ursprünglich wohl hohe Walmdächer. An der Südseite der Hauptburg ein durch mehrere Tore unterbrochener Treppenaufgang. Ausgedehnte, auf der Südseite weit den Hang hinabsteigende Vorburg mit einem Talturm, der ursprünglich, zusammen mit einem nicht wieder aufgebauten zweiten Turm, das südwestliche Burgtor flankierte, das im Mittelalter den Hauptzugang zur Burg bildete. Die oberen Teile der Ringmauern meist neu, ebenso der romanisierende Söller und die Kastellanswohnung beim jetzigen Burgtor. In den Wohnräumen der Hauptburg befindet sich eine reichhaltige Sammlung an antikem Mobiliar, Gemälden, Stichen, Waffen, Rüstungen.

Quelle: Rettinger; Tillmann; Dehio; Bild: Georg Dahlhoff; redakt. Bearb. S.G.