Zur Geschichte von Aspisheim
Die spätere Gemarkung Aspisheim war schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt- Dies legen archäologische Funde seit der Jungsteinzeit nahe. Auch in der Römerzeit sind Siedlungsspuren zu belegen.
Als die Römer das Land verließen rückten fränkische Stämme als Siedler nach. Grabfunde aus merowingischer Zeit belegen diese Siedlungskontinuität.
Erstmals genannt wird der Ort Aspisheim in einer Schenkungsurkunde zugunsten des Klosters Lorsch. Am 6. März 767 schenkte eine Frau Rothlindis ihren Grundbesitz in Ascmund(i)esheim , Ackerland und Weinberge, dem Kloster jenseits des Rheins. Auch in den folgenden Jahren wird das fränkische Dorf noch mehrmals in den Güterlisten des Klosters erwähnt (768, 783). Damals dürfte Aspisheim, wie andere Orte, deren Namen auf –heim endet, noch nicht allzu lange bestanden haben. Im Lauf der Zeit erfuhr der Ortsname manche Änderung: Aspinsheim (1190), Aspensheim (1236) und 1341 erstmals Aspisheim.
Aspisheim wird im berühmten Lehnsbuch Werners II. von Bolanden genannt, das 1190 niedergeschrieben wurde. Die Vogtei über das Dorf besaßen damals die Herren von Montfort. Die maßgeblichen Kirchenrechte (so etwa das Patronatsrecht) besaß 1236 das St. Stephansstift in Mainz. Im Jahr 1430 gaben die Herren von Montfort ihre Rechte auf und Aspisheim geriet ganz unter die Herrschaft des rheinischen Pfalzgrafen Ludwig III.. Der Ort wurde dem Oberamt Alzey zugeteilt und blieb bis zum Untergang des Kurstaates Ende des 18.Jahrhunderts bei der Pfalzgrafschaft.
Ein erstes Weistum ist für den Ort aus dem Jahr 1335 bezeugt (ein aktualisiertes Weistum wurde 1491 niedergeschrieben). In Weistümern, die auch für viele andere Orte belegt sind, wurden die bisher mündlich tradierten Gewohnsheitsrechte und Rechtsgepflogenheiten der Ortsbewohner sowie die Rechte und Pflichten gegenüber dem Ortsherrn schriftlich niedergelegt. Um die Erinnerung an diesen Rechte- und Pflichtenkatalog aufrechtzuerhalten wurden die Weistümer jährlich öffentlich vorgelesen.
1383 und 1389 wurde Aspisheim von den Pfalzgrafen vorübergehend an den Grafen Simon von Sponheim verpfändet.
1552 kam es zu einem Schutz- und Bauvertrag mit der Stadt Bingen. Aspisheim mussten sich, wie andere Dörfer auch, an der Bewachung der Stadt Bingen und der baulichen Instandhaltung der Stadtmauer beteiligen. Im Gegenzug durften sich die Aspisheimer in Kriegszeiten mit Hab und Gut hinter die Binger Mauern flüchten. Außerdem durften die Aspisheimer zollfrei Waren nach Bingen hinein. und aus Bingen herausführen. Im Jahr 1585 wurde ein Rathaus erbaut, das leider im letzten Weltkrieg 1945 zerstört wurde. 1640 wird erstmals eine Schule im Ort erwähnt.
Als französische Revolutionstruppen in Rheinhessen einmarschierten, wurde auch aspisheim besetzt. Von 1797 bis 1815 war Aspisheim Teil der Französischen Republik im Departement Donnersberg. Nach Napoleons Niederlage und dem Wiener Kongress (1815) wurde Aspisheim mit der ganzen Region im Jahr 1816 Teil des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Seit 1947 ist Rheinhessen Bestandteil des neuen Bundeslandes Rheinland-Pfalz und ist heute Teil der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen.
Quelle: Brilmayer; Homepage der Gemeinde; Bild: Harald Strube; redakt. Bearb. S.G., AKZ

