Kaufhaus am Brand

Mainz, Kaufhaus am Brand

Das alte Kaufhaus wurde von den Bürgern und Kaufleuten der Stadt auf dem Brand erbaut und 1317 vollendet. Im gleichen Jahr bestätigte Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt das für den Handel so wichtige Kaufhausprivileg. Das über trapezförmigen Grundriss erbaute Steingebäude besaß eine dreischiffige Gewölbehalle und hinter dem mittigen Portal-Wimperg einen gesicherten Raum für Archivalien und Geldbeträge. Auf den neun Zinnen der Südseite befanden sich Reliefs, die Ludwig dem Bayern, die sieben Kurfürsten sowie den Stadtpatron St. Martinzeigten. Eine Muttergottesstatue zierte das Portal-Tympanon. Der prächtige Patrizierbau repräsentierte in eindrucksvoller Weise den bürgerlichen Machtanspruch gegenüber dem Erzbischof. Beim Abbruch des baufällig gewordenen Gebäudes Anfang des 19. Jahrhunderts konnten die Zinnenreliefs und die Madonnenstatue geborgen werden. Sie befinden sich heute im Landesmuseum. Am Rheinufer zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Hilton-Hotel wurden später moderne Betonstelen mit Abgüssen des Reliefs aufgestellt.

Quelle: Mainz zur Zeit Gutenbergs; Red. Bearb. S.G.