Gau-Algesheim in Rheinhessen

Die Gau-Algesheimer Stadtbefestigung

Gau-Algesheim fiel im Jahr 983 mit dem Reichsland um Bingen an das Mainzer Erzstift. Als Kaiser Karl IV. im Jahr 1355 dem Mainzer Erzbischof Stadtrechte für Gau-Algesheim gewährte, war damit die Erlaubnis verbunden, das Dorf mit Mauern, Gräben und anderen Befestigungswerken zu schützen. Mit der Stadtmauer wurde in den nächsten Jahren begonnen. Die Ringmauer die sich ganz um die Stadt zog, wurde durch einen vorgelagerten tiefen und breiten Graben geschützt. Drei befestigte Torbauten bildeten die Eingänge in das Innere der Stadt, im Süden die Klopp-Pforte, im Osten die Neupforte und im Norden die Heuerpforte. Zwischen diesen Tortürmen befanden sich an strategisch wichtigen Stellen der Ringmauer zehn weitere Türme, von denen zur Zeit Brilmayers der Schlossturm noch teilweise, der Graulturm noch ganz erhalten war. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden 1689 auch die Befestigungswerke von den französischen Truppen zerstört. Von den Türmen ist heute nur noch der Graulturm am südöstlichen Ortsrand erhalten. Er ist von einem steinernen Kegeldach gedeckt.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Daniela Schomisch

Verwendete Literatur:

  • Brilmayer, Karl Johann: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Neudruck. Würzburg 1985.
  • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 18.1: Kreis Mainz-Bingen. Bearb. v. Dieter Krienke. Worms 2007.

Aktualisiert am: 08.07.2014