Nieder-Olm in Rheinhessen


Burg "off dem gauwe" und Laurenziburg

Die Laurenziburg in Nieder-Olm. Gemälde von Nanette Baetz, 18. Jh.[Bild: Nanette Baetz [gemeinfrei]]

Der Ort Nieder-Olm wird erstmals im Jahr 900 erwähnt. Bestimmend war in Nieder-Olm das Mainzer Erzstift, das schon früh über Besitzungen in der Gemarkung verfügte. Auch das Domkapitel und die Mainzer Stifte hatten Grundbesitz und Rechte im Ort erlangt. Die Burg Nieder-Olm entstand in der Zeit zwischen dem Ende des staufischen Kaisershauses und dem Regierungsantritt des Königs Rudolf von Habsburg (1273). Die Burg war von einem wassergefüllten Graben umgeben, der von der Selz gespeist wurde. 1275 werden erstmals Burgmannen erwähnt; 1283 urkundet der Erzbischof zum ersten Mal auf seinem neuen Verwaltungssitz.

Die mainzische Burg wurde - wie andere Burgen auch - in den Krieg verwickelt, den König Albrecht im Jahr 1301 gegen die "illegalen" Zollstätten am Mittelrhein führte. In diesem als "Zollkrieg" in die Geschichte eingegangenen Feldzug wurde auch Burg Nieder-Olm im August 1301 durch Truppen König Albrechts eingenommen. Die Schäden an der Burg müssen beachtlich gewesen sein. Noch zwischen 1312-1315 beseitigte der mainzische Amtmann Peter vom Stein Schäden an der Burg.

In der Fehde, die die beiden Erzbischofskandidaten Diether von Isenburg und Adolf II. von Nassau 1461-1463 um den Erzstuhl in Mainz führten wurde Burg Nieder-Olm vom Kurfürsten von der Pfalz erobert, später aber wieder an Kurmainz zurückgegeben.

m Jahre 1503 wurde die mittelalterliche Anlage unter Erzbischof Berthold von Henneberg neu erbaut, um angesichts der Feuerwaffen den modernen Verteidigungsanforderungen gerecht werden und so dem möglichen Angreifer erfolgversprechend Widerstand leisten zu können. Erst nach diesem Umbau wurde die Anlage "St. Laurenziburg" genannt. Sie wurde Sitz eines Mainzer Amtmannes, der bis 1793 Sitz auf dem Schloss residierte.

Die Laurenziburg wurde 1806 wegen des Baus der Pariser Straße abgerissen. Einige wenige Überreste der alten Burg wurden an verschiedenen Plätzen in Nieder-Olm verbaut.

Nachweise

Verwendete Literatur:

  • Brilmayer, Karl Johann: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Neudruck. Würzburg 1985.
  • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 18.2: Kreis Mainz-Bingen. Bearb. v. Dieter Krienke. Worms 2011.
  • Staab, Franz: Die Orte der Verbandsgemeinde Nieder-Olm vom Frühmittelalter bis zum Ende des alten Reiches. In: Nieder-Olm. Hg. von K.H. Spieß. Alzey 1983.

Aktualisiert am: 24.10.2014