Ockenheim in Rheinhessen

Das Reckertskreuz in Ockenheim

Das Reckertskreuz wurde von Johannes Reckert und Anna Margaretha Reckertin 1751 gestiftet.[Bild: Alexander Wißmann]

Eine Kreuzigungsgruppe aus rotem Sandstein wurde im Jahr 1751 von Johannes Reckert und seiner Ehefrau Anna Margaretha aus Sulzheim (Rheinhessen) gestiftet. Sie haben am 10. Januar 1746 in St. Peter und Paul in Ockenheim geheiratet.[Anm. 1] Johannes Reckert war von 1766 bis 1772 Schultheiß von Ockenheim. In der Pfarrchronik der katholischen Kirche wird er als Förderer des Kirchenneubaus 1774 gerühmt.[Anm. 2] Der Grabstein von Johannes Reckert befindet sich am Nebeneingang des Friedhofs.[Anm. 3]

Auf dem senkrechten Kreuzbalken steht unter den Füßen des gekreuzigten Jesus Christus: Iohannes Reckert J. Dann folgt das Wappen der Küferzunft. Darunter folgt dann der Name der Ehefrau Anna Margaretha Reckert. Die Kreuzigungsgruppe steht am Haus Gangluff, am Beginn des Wallfahrtswegs auf den St. Jakobsberg und begrüßt den Pilger.[Anm. 4] Sie hängt auch thematisch mit der Wallfahrt zusammen, denn die Wallfahrt ging nicht nur zu den Vierzehn Nothelfern sondern auch zur Schmerzhaften Muttergottes.

Die Skulpturen des Reckertskreuz werden dem Mainzer Bildhauer Martin Biterich (1691-1759) zugeschrieben. [Anm. 5]Die trauernde Muttergottes von der Kreuzigungsgruppe hat von diesem Bildhauer ein Pendant in der katholischen Pfarrkirche St. Michael in Sossenheim. Dort steht unter dem Gekreuzigten eine fast identische Maria. Sie besteht aber aus Holz und ist wesentlich kleiner.[Anm. 6]

Bedauerlicherweise musste sich die Gemeinde vor einigen Jahren von Teilen der Kreuzigungsgruppe trennen. Der Körper und das Gesicht von Christus waren dermaßen durch unsachgemäße Restaurierung beschädigt worden, dass eine Erhaltung nicht mehr möglich war. Das Gleiche betraf die Figur des Hl. Johannes. Die trauernde Maria wurde erhalten und steht heute in der Marienkapelle auf dem Leger in Ockenheim. Das Kreuz und der Sockel stehen noch an Ort und Stelle.

Nachweise

Verfasser:

Alexander Wißmann M.A.

Verwendete Literatur:

  • Bungert, Jakob: Der Wallfahrtsweg auf den Jakobsberg, in: Der Jakobsberg. Berg-Wallfahrt-Kloster (= Beiträge zur Geschichte des Gau-Algesheimer Raumes, Bd. 7), St. Ottilien 1992, S. 77–90.
  • Döry, Ludwig Baron: Der Mainzer Barockbildhauer Martin Biterich, in: Mainzer Zeitschrift 66, 1971, S. 9–43.

 

Erstellt am: 8.03.2016

Anmerkungen:

  1. https://familysearch.org/ark:/61903/1:1:JHMF-TQQ (zuletzt geprüft am 8.März 2016). Zurück
  2. Siehe Bungert 1992, S. 80f. Zurück
  3. Siehe a.a.O., S. 82. Zurück
  4. Siehe a.a.O., S. 80. Zurück
  5. Siehe Döry 1971, S. 41. Zurück
  6. Siehe ebd. Zurück