Saarbrücken im Saarland

Die Geschichte der Stadt

Allgemein

[Bild: gemeinfrei]

Die Geschichte der Stadt Saarbrücken reicht weit in die Zeit zurück. Bereits Kelten und Römer siedelten hier. Saarbrücken kann nicht nur deswegen auf eine abwechslungsreiche Geschichte... [mehr]


Die Ludwigskirche

Kulturdenkmäler

[Bild: von AnRo0002 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons]

Die Ludwigskirche bildet heute das Wahrzeichen der Landeshauptstadt des Saarlandes und ist neben der Frauenkirche in Dresden und der Michaeliskirche in Hamburg eine der bedeutendsten barocken...[mehr]


Saarbrücken im Ersten Weltkrieg

Einzelaspekte

[Bild: public domain]

Ob die anfängliche Kriegsbegeisterung allgemein war oder nicht, sie war nicht von all zu langer Dauer. Denn schon bald sollte sich das alltägliche Leben für die Saarbrücker wie für viele andere Deutsche Anfang August schlagartig... [mehr]


Das Saarbrücker Stadtwappen

Einzelaspekte

Das heutige Saarbrücker Stadtwappen existiert seit der Großstadtwerdung Saarbrückens im Jahr 1909. Ein Vorschlag für die Gestaltung des Wappens kam von Kaiser Wilhelm II. In der ursprünglichen Form sollten die beiden kleinen Felder... [mehr]

Zeittafel

Ab 500 v.Chr. die La-Tène-Kultur siedelt sich im heutigen Saargebiet an und errichten eine Befestigungsanlage in Saarbrücken
Bis 1. Jh. südlich des heutigen St. Arnuals war eine keltische Befestigung im Stiftswald
Ab 1. Jh. am Halberg errichten die Römer ein Siedlung (lat. vicus) und eine steinerne Brücke; auf der gegenüberliegenden Saarseite eine gallo-römische Siedlung
Um 200 der vicus in Saarbrücken wird auf einem Meilenstein im Donon als vico saravus (römische Siedlung an der Saar/Saarbrücken) bezeichnet
275/276 bei Germaneneinfällen in die Saargegend wird der vicus zerstört
352 Alamanneneinfälle verwüsten das gesamte Saargebiet, u.a. auch wieder das römische Saarbrücken
Um 369 zur Sicherung des Flussüberganges errichtet man ein Kastell (heutiges Römerkastell) und ein Mithrasheiligtum am Halberg
Ende 4. Jh. die römischen Siedlungen und das Kastell gehen unter; die letzten römischen Münzfunde datieren von 395
999 erstmalige Erwähnung des „castellum Sarabrucca“ in einer Schenkungsurkunde des Kaiser Ottos III. an den Metzer Bischof Adalbero II.
1009 Eroberung Saarbrückens durch Kaiser Heinrich II.
1046 Kaiser Heinrich III. gibt den Bischöfen von Metz den Königshof Saarbrücken (villa sarabrucka) auf Fürbitten seiner Gemahlin Agnes zurück
1065 Kaiser Heinrich IV. schenkt gemäß einer Urkunde der bischöflichen Kirche zu Metz die im Saargau gelegene Burg Saarbrücken
12. Jh. unterhalb der Burg entsteht die Vorstadt (lat. suburbium)
1118 die Burg Saarbrücken erscheint als Sitz einer Grafenfamilie, die sich nach der Burg benennt
1168 „Zerstörung“ der Burg auf Befehl des Kaiser Friedrichs I. Barbarossa
1261 an der Stelle der heutigen Schlosskirche baut man die Nikolauskapelle
1267 St. Arnual (damals eigenständige Handels- und Gewerbesiedlung) wird erstmals urkundlich erwähnt
1274 Das Geschlecht der Grafen von Saarbrücken stirbt aus; Erbe sind die mehr an Frankreich orientierten Grafen von Commercy
1316 Graf Johann I. spricht das erste Mal formell von der „stat zu Sarbrucken“
1321 die beiden Siedlungen erhalten das Stadtrecht und den Freiheitsbrief, einhergehend mit einer neuen Verfassung
1381 durch Heirat fällt das Land an das Haus Nassau
1444 Graf Johann III. verkauft die Herrschaft Commercy an Lothringen und orientiert sich nach Deutschland
1458 nach großen Zuwanderungen wird die Stadt in nördlicher Richtung ausgebaut, u.a. wird auch die Burg neu befestigt
1470er Bau der Schlosskirche und einer Saarbrücker Stadtschule
1498 das alte Rathaus wird am heutigen Schlossplatz durch Graf Johann-Ludwig errichtet
1503 St. Arnual wird durch einen großen Brand komplett zerstört
1547 auf Empfehlung Kaiser Karls V. wird durch Graf Philipp II. zwischen beiden Städten eine steinerne Brücke errichtet: die „Alte Brücke“
1574 die Reformation wird durch das evangelische Haus Nassau-Weilburg in die Grafschaft gebracht und durchgesetzt
1601 Saarbrücken und St. Johann erhalten ein Salzhandelsmonopol
1602 Graf Ludwig von Nassau-Saarbrücken übernimmt die Herrschaft in Saarbrücken, das dadurch größere politische Bedeutung gewinnt
1602-1617 ein Schloss ersetzt die Burg auf dem Saarfelsen
1604 Bau des evangelischen Ludwigsgymnasiums
1618-1648 großflächige Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg und u.a. eine Pestepidemie (1634/35) führen zu einer deutlichen Verminderung der Bevölkerungszahl (von etwa 2700 im Jahr 1628 auf 70 im Jahr 1637)
1677 ein verheerender Stadtbrand, verursacht durch französische Truppen im „Holländischen Krieg“, prägt das Stadtbild
1680-97 französische Besatzung unter Ludwig XIV. in der Grafschaft Saarbrücken („Province de la Sarre“); endet mit dem Frieden von Rijswijk
1709-1711 Graf Ludwig Kraft errichtet auf dem Halberg das Lustschlösschen Monplaisir, in dem heute der Saarländische Rundfunk seinen Sitz hat
1728 die Usingische Linie des Hauses Nassau-Saarbrücken übernimmt die Führung der Grafschaft, infolgedessen kommt es zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt
1739-1748 der nassauische Baudirektor Friedrich Joachim Stengel errichtet das neue Saarbrücker Schloss
1742-1746 Bau der Friedenskirche
1745-1749 Erweiterung der Stadt nach Plänen Friedrich Joachim Stengels
1750 das alte Rathaus wird von Stengel umgebaut. Holländer gründen an der Saar eine Handelsniederlassung
1760 die Saarbrücker Kaufleute bilden die sog. „Kranengesellschaft“ und errichten unterhalb der Alten Brücke den Kranen mit einer Anlegestelle
1761 die mittelalterlichen Stadttore werden abgerissen. Das „Allgemeine Wochenblatt“ erscheint erstmals; daraus entwickelt sich später die „Saarbrücker Zeitung“
1762-1775 Bau der Ludwigskirche und Bebauung des Ludwigplatzes im Barocken Stil
1763-1769 Bau des Hospital-, Waisen- und Zuchthaus am Ludwigsplatz
Um 1789 in der Französischen Revolution werden große Teile der Städte Saarbrücken und St. Arnual zerstört und die Fürsten von Saarbrücken verlieren ihre Herrschaft
1793 große Teile des Saarbrücker Schlosses brennen in der Zeit der Französischen Revolution ab
1795/1797 durch die Friedensschlüsse zu Basel und zu Campo Formio wird das gesamte Saargebiet von Deutschland abgetrennt; Saarbrücken wird zum „Département de la Sarre“
1798 die neue französische Verfassung wird eingeführt und löst das seit 1321 geltende Recht ab
1801 mit dem Vertrag von Lunéville wird das saarländische Gebiet von Frankreich annektiert
1810 Baumeister Knipper baut das zerstörte Schloss zum Teil wieder auf
1815 Saarbrücken wird auf dem Wiener Kongress zur preußischen Kreisstadt
1817 anlässlich des 300. Jahrestags der Reformation kommt es zum Zusammenschluss der lutherischen und der reformierten Gemeinde in Saarbrücken
1839 der „Historisch-Antiquarische Verein für die Saargegend“ wird gegründet
1852 die „Saarbrücker Bahn“ wird offiziell dem Verkehr übergeben und der erste Saarbrücker Bahnhof wird eröffnet
1854-1857 Errichtung neuer Schulen in Saarbrücken, u.a. die „Staatliche Oberrealschule“ am Landwehrplatz
1856 luxemburgische und belgische Industrielle errichten die „Saarbrücker Eisenhüttengesellschaft“; auch „Burbacher Hütte“ genannt
1862-1866 die Saar wird kanalisiert und die Luisenbrücke gebaut
1864 die Saarbrücker Handelskammer wird gegründet
1870 im Zuge des Deutsch-Französischen Krieges kommt es zur Schlacht bei Spichern, die siegreich für die preußische Armee ausgeht
1872 der restliche während der Französischen Revolution zerstörte Teil des Schlosses wird wieder aufgebaut
1894-1898 gegenüber dem neu entstehenden Rathauses errichtet man die Johanniskirche
1896 Zusammenschluss der beiden Städte Saarbrücken und St. Arnual
1897-1900 Bau des neuen Rathauses in St. Johann nach Plänen des Professor Hauberissers
Um 1900 zur Jahrhundertwende werden in Saarbrücken viele neue Gebäude und Werke errichtet, so z.B. das „Neue Theater“ und ein neues Gas- und ein Elektrizitätswerk
1903 der heutige Verein 1. FC Saarbrücken gründet sich als Teil des TV 1876 Malstatt
1908 das Saarmuseum mit einer elitären Industrieleistungsschau öffnet die Türen
1909 aufgrund eines enormen Bevölkerungswachstums schließen sich die Siedlungen Malstatt und Burbach mit Saarbrücken und St. Arnual zur Großstadt Saarbrücken zusammen
1914-1918 im Ersten Weltkrieg herrscht Mangel an Kleidung, Schuhen, etc. zur Kriegsfürsorge werden sämtliche Besitztümer der Familien eingezogen
1915 am 9. August 1915 erfolgt der erste Luftangriff auf Saarbrücken
1920 Saargebiet dem Völkerbund unterstellt, aber von französischen Truppen besetzt gehalten; nach 15 Jahren soll es eine Volksabstimmung über den Status des Saargebietes geben (erstes Saarstatut)
1923 am 01. Juni 1923 wird der französische Franken als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt
1925 ein neues Heimatmuseum übernimmt die Sammlungen des Saarmuseums. Neben dem Museum öffnet 1925 die Saarbrücker Stadtbibliothek
1929 das heutige Saarland-Museum wird eröffnet
1934 nach dem Röhm-Putsch protestieren etwa 50000 Jugendliche in Saarbrücken gegen die „Deutsche Front“ (Parteienbündnis von NSDAP, DSVP (Deutsch-Saarländische Volkspartei) und dem katholischen Zentrum)
1935 am 13. Januar 1935 findet die Abstimmung über den Status des Saargebietes statt: 90,8% stimmen dabei für den Anschluss an das Dritte Reich
1935-1938 als Belohnung der „Treue des Saarvolkes“ lässt Hitler das heutige Staatstheater bauen, welches 1938 in Anwesenheit Hitlers feierlich eröffnet wird
1937 Schüler am Ludwigsgymnasium um Willi Graf schließen sich dem Elversberger Studenten Fritz Leist (Mitbegründer der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“) an und organisieren den Widerstand gegen die Nationalsozialisten
1938 in der Reichsprogromnacht vom 09. auf den 10. November werden in Saarbrücken alle jüdischen Gotteshäuser und Friedhöfe in Brand gesetzt und alle jüdischen Geschäfte u.a. werden „arisiert“
1943 vor den Toren Saarbrückens wird das Polizeilager „Neue Bremm“ errichtet
1944 am 04. Oktober 1944 wird Saarbrücken das Ziel eines vehementen britischen Bombenangriffes, bei dem ca. 70% der Industrie- und Wohnanlagen zerstört werden
1945 ab dem 20. März 1945 werden sämtliche saarländische Städte von Amerikanern okkupiert. Am 10. Juli übernehmen die Franzosen die Führung
1946 das Saargebiet mit Saarbrücken wird am 22. Dezember 1946 von den deutschen Besatzungszonen abgetrennt
1947 Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung, bei denen der Wirtschaftsanschluss des neu gegründeten Saarstaates an Frankreich sowie die Abkopplung von Deutschland durchgesetzt werden
1948 Gouverneur Grandval gründet die spätere Universität des Saarlandes
1954 das „zweite Saarstatut“ (Europäisierung des Saargebietes) wird als Teil der Pariser Verträge unterzeichnet
1955 im Oktober 1955 steht eine Volksabstimmung über die Zukunft des Saarstatuts an: 67,7% stimmen gegen das Saarstatut und für eine Rückgliederung in die Bundesrepublik Deutschland
1957 am 01. Januar 1957 wird das Saargebiet offiziell in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert
1959 nach einer Übergangszeit erfolgt am 05. Juli 1959 die wirtschaftliche Reintegration
1980 seit 1980 finden in Saarbrücken die Max-Ophüls-Filmfestspiele statt
1982-1989 das Saarbrücker Schloss wird saniert und instandgesetzt und der gläserne Mittelteil wird eingeweiht
2000 Saarbrücken erhält die neue Deutsch-Französische Hochschule
2006 das Historische Museum öffnet die Tore zu den Überresten der mittelalterlichen Burganlage, die man in Grabungen in den Jahren zuvor freigelegt und zugänglich gemacht hat

Verfasser: Thomas Belculfine

Erstellungsdatum: 31.03.2014

 

Verwendete Literatur:

 

Behringer, Wolfgang; Clemens, Gabriele B.: Geschichte des Saarlandes. München 2009.

 

Kloevekorn, Fritz: Saarbrücken. Werden, Vergehen, Wiederaufstehen einer deutschen Grenzstadt. Saarbrücken 1960.

 

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