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Heimat- und Geschichtsverein Mainz-Gonsenheim e.V.Dr. Hermann-Dieter Müller Vorsitzender Canisiusstraße 9055122 MainzTel 06131/41592Fax 06131/9719386Webseite

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Zur Geschichte von Gonsenheim

Das alte Gonsenheimer Rathaus[Bild: Volker Schreiber]

Gonsenheim, früher Guntzinheim (774), Gunsenheim (775), Gunzinheim (779), Gunsanheim (788), Gunsenum (1200), Gonsensheim (1359) und seit dem 17. Jahrhundert Gonsenheim, lag im alten Wormsgau, im späteren oberen Nahegau und kommt urkundlich zuerst im Jahr 774 vor. Karl, König der Franken und Langobarden, römischer Patrizier, schenkte damals dem Kloster Fulda das Lehen, welches sein Vertrauter Otaker in Guntzinheim und an der Nahe besaß. Im folgenden Jahr übergaben Elisabeth und Geilrat dem Kloster Fulda 80 Morgen Land in der Gemarkung Gunsenheim sowie im Dorf ein Hofgut. Auch das Kloster Lorsch war um diese Zeit in Gonsenheim begütert.
Das Dorf war ein alter Besitz des Mainzer Erzstiftes, kam später an das dortige Domkapitel und von diesem an den Dompropst. Dieser ließ seinen Besitz durch einen in Mainz wohnenden Dompropsteiamtmann verwalten. Gonsenheim blieb bis zur Auflösung des Erzstiftes Ende des 18. Jahrhunderts beim Mainzer Erzstift. Dank seiner Nähe zum Erzstift gehörte Gonsenheim 1200 zu den Orten, die auf Anordnung des Erzbischofs ihren Teil zur Unterhaltung der Mauern und Gräben der Mainzer Stadtmauer beizutragen hatten.
Im Mittelalter gab es eine Reihe von Lehengüter in Gonsenheim. Am 23.8.1254 schenkte ein Ritter Eberhard von Echzell seine Güter zu Gonsenheim, welche von der Mutter des Schultheißen Wolfram zu Frankfurt gekauft worden waren, dem Grafen Diether von Katzenelnbogen und bekam sie als Lehen zurück (Lehnsauftragung). Im Jahr 1407 trugen die Mainzer Patrizier zum Jungen von den Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg (wegen der Herrschaft Limburg) Äcker, Wiesen und eine Mühle im Dorf Gonsenheim zu Lehen. Diese Lehenstücke hatte Arnold zum Jungen seiner Frau als Wittum verschrieben. Im Jahr 1437 empfing J. Jude zum Stein in Mainz diese Lehenstücke von den Rheingrafen zu Kyrburg zu Lehen. 1460 besaß ein Herr von Holtmund zu Worms einen Teil des wildgräflich-kyrburgischen Lehens und 1483 wurde ein Herr von Dienheim mit diesem Lehen betraut. Noch im Jahr 1702 besaßen die Dienheimer ein rheingräfliches Lehen zu Gonsenheim.

Quelle: Brilmayer; Bild: Harald Strube; red. Bearb. S.G.