Frettenheim in Rheinhessen

St. Georg in Frettenheim

Bildstrecke zur Kath. Kirche St. Georg.[Bild: Harald Strube]

In Frettenheim stehen zwei Kirchen direkt nebeneinander. Die etwas kleinere Kirche ist dem Heiligen Georg geweiht und dient dem katholischen Kultus. Die Kirche ist im Jahr 1749 erbaut worden. Der Chor der Kirche ist dreiseitig geschlossen.[Anm. 1] Der Bau folgt der typischen Bauweise des 18. Jahrhunderts. Es sind kleine pfeilerlose Saalkirchen. Ein kleiner Dachreiter mit Kuppelhaube bekrönt die Westfassade und das Eingangsportal. Es existierte eine Vorgängerkirche, die allen Heiligen geweiht war. Architektonisch eng verwandt sind die katholischen Kirchen in Biebelnheim (1737), Offenheim (1758), Appenheim (1773-1775), und die protestantische Kirche in Monzernheim.,

Im Zentrum steht ein Hochaltar mit Retabel aus dem 18. Jahrhundert. Die Figur der Mittelnische stellt nicht etwa den Hl. Georg dar, sondern den Hl. Erzengel Michael. Die Figur ist am Rücken mit der Jahreszahl 1758 versehen. Sie wurde von Martin Biterich (1691-1759) aus Mainz geschnitzt.[Anm. 2] Damit gilt diese Heiligenfigur als eins seiner letzten Werke. Auch die Engel auf dem Auszugsgebälk des Retabels stammen von Biterich. Der Hochaltar wurde wahrscheinlich nicht für die Kirche gefertigt. Seine Herkunft wird aus der kurfürstlichen Schloßkirche St. Gangolph in Mainz vermutet. So schreibt Ernst Neeb, dass der Altar alter Überlieferung nach aus der Mainzer kurfürstlichen Schloßkapelle stammen soll, es aber nicht zu belegen sei. Es ist auch nicht klar, ob der Altar in der Kapelle der Martinsburg gestanden haben könne.[Anm. 3] Das Auszugsbild zeigt den Hl. Georg. Die Malerei stammt nicht aus dem 18. Jahrhundert, sondern ist später entstanden.[Anm. 4]

Auf Konsolen stehen mehrere Heiligenfiguren. Der Hl. Georg ist eine holzgeschnitzte moderne Figur. Die Hl. Anna ist eine schöne Arbeit aus dem 18. Jahrhundert, die allerdings im 19. Jahrhundert neu bemalt wurde. Die Muttergottes mit Kind stammt aus dem 19. Jahrhundert und orientiert sich, wie viele Figuren aus dieser Zeit, an der Malerei der Nazarener. Eine ähnliche Figur steht in der katholischen Kirche von Bubenheim (Rheinhessen).

Nachweise

Verfasser: Alexander Wißmann M.A.

Verwendete Literatur:

  • Döry, Ludwig Baron:Der Mainzer Barockbildhauer Martin Biterich. In: Mainzer Zeitschrift 66, 1971, S. 9-43.
  • Gall, Ernst: Georg Dehio. Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Pfalz und Rheinhessen, 2. Aufl., München, Berlin 1961.
  • Neeb, Ernst; Nothnagel, Karl; Arens, Fritz: Die Kunstdenkmäler der Stadt und des Kreises Mainz. Band II. Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Stadt Mainz. Teil II: Bestehende und verschwundene Mainzer Kirchen, Darmstadt 1940.

Aktualisiert am: 13.09.2016

Anmerkungen:

  1. Siehe Dehio, Gall 1961, S. 103 Zurück
  2. Siehe Döry 1971, S. 43. Zurück
  3. Siehe Neeb, Nothnagel, Arens 1940, S. 165. Zurück
  4. Siehe Dehio, Gall 1961, S. 103. Zurück