Wörrstadt in Rheinhessen

Schloss Wörrstadt

Das Schloss ist heute verschwunden. Die Flur "Am Schlossberg" südlich von Wörrstadt weist aber auf das benachbarte Schloss hin. Am alten Spiesheimer Weg lässt eine muldenartige Vertiefung noch auf alte Kelleranlagen schließen. Es hatte eine Vorhalle mit vier korinthischen Säulen, welche aus gelbem Flonheimer Sandstein bestanden.        

Gräfin Elisabeth Christiane Marianne von Leiningen, die von ihrem Gatten Karl Ludwig Wilhelm Theodor, Wild. und Rheingrafen zu Grumbach, getrennt zu Wörrstadt lebte, hatte auf dem heutigen Schlossberg das heute verschwundene Schloss erbauen lassen, das sowohl durch seine Lage, als durch seine Einrichtung eine Zierde des Ortes war. Es wurde vom gleichen Architekten geplant, welcher auch das Wendelsheimer Schloss entworfen hatte, von Charles Mangin.

Während den Unruhen der französischen Revoltion 1789, die auch Rheinhessen nicht unbedacht ließen, floh die Gräfin. Ihr Schloss wurde von der mittlerweile an die Macht gekommenen republikanischen Regierung zum Nationalgut erklärt und 1794 auf Abbruch verkauft. Die Gräfin, welche mit erst 38 Jahren 1792 im Mainzer Exil gestorben ist, liegt in der evangelischen Kirche in Wörrstadt begraben, wo ihre Tochter ihr ein Denkmal gestiftet hat.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Ann-Kathrin Zehender, Daniela Bachl

VerwendeteLiteratur:

  • Brilmayer, Karl Johann: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Neudruck. Würzburg 1985.
  • Klug, Ernst: Wörrstadt. Geschichte einer Gemeinde. Wörrstadt 1972.
  • Wittek, Karl Hans: Schloss Wendelsheim, Schloss Wörrstadt und Alzey, Löwengasse 4. In: Heimatjahrbuch Landkreis Alzey-Worms 1991, S. 79-82.

Aktualisiert am: 09.01.2015