Boppard am Mittelrhein

Kulturdenkmäler in Boppard

Adelshöfe

Insgesamt elf Adelshöfe des Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit sind heute noch in Boppard nachweisbar. Dazu gehören: Hof der Ritter von Schwalbach, der Eltzerhof, der Hildesheimer Hof, der Hof der Herren Boos von Waldeck, der Wasserfasshof, der Hof zum Rebstock, der Hof der Herren von Ehrenberg, der Hof der Beyer von Boppard und der Hof unter den Juden. Der Jakobsbergerhof und der Nonnenheckhof lagen außerhalb der Stadt.

Borromäerinnen-Kapelle

In dem Krankenhaus gegenüber der Karmeliterkirche (Karmeliterplatz) befindet sich im ersten Stock eine schöne und schlichte Kapelle mit einem gemaltem, mittelrheinischem Altaraufsatz (um 1500) und einer guten Reliquiare der Rokokozeit.

Bürgerhäuser

Die ältesten Fachwerkhäuser, heute meist verputzt, haben sich in der Nähe von St. Severus auf der Nordseite des Marktplatzes, in der Unteren Marktstraße, in der Kronengasse und in der Eltzerhofstraße erhalten.

Christuskirche

Bis um 1800 lebten im katholischen Boppard keine evangelischen Christen. Bedingt durch die Bevölkerungswanderungen in den Zeiten der Industrialisierung und aufgrund des Anschlusses von Boppard an das (evangelische) Königreich Preußen, siedelten sich wieder Protestanten in Boppard an. 1844 wurde die evangelische Gemeinde gegründet und 1850-52 die dazugehörige Kirche gebaut.

Eltzer Hof

Der ehemalige Eltzer Hof ist ein zweistöckiger Putzbau mit Mittelgiebel und Mansarddach. Er wurde Anfang des 18. Jahrhunderts mit der Rückwand an die römische Stadtmauer gesetzt. Das Rückhaus (rechtwinklig zum Hauptbau) ist mit der Jahreszahl 1566 bezeichnet, die Stürze der Doppelfenster im Erdgeschoss sind nach der in Trier und an der Mosel verbreiteten Art mit reichem Blendmaßwerk verziert.

Fränkische Gräber

Zu besichtigen: Fränkischer Grabstein an der St. Severuskirche und fränkische Gräber im Archäologiepark an der Kastellmauer südlich des Marktplatzes von Boppard.

Franziskanerkloster

Im Jahr 1623 gab der Trierer Kurfürst Lothar von Metternich dem Franziskanerorden die Erlaubnis, sich in Boppard niederzulassen. Die Franziskaner errichteten zwischen 1683-1686 eine Klosterkirche in gotisierendem Barock. Heute ist in den ehemaligen Klostergebäuden die Bundesakademie für Öffentliche Verwaltung untergebracht, die seit 1987 in Boppard ansässig ist.

Hellerwald (Grabhügel)

Der bronzezeitliche Grabhügel von Boppard-Hellerwald wurde erst vor kurzem ausgegraben. Der Hügel hatte einen charakteristischen Steinkranz, eine Zentralbestattung und enthielt typisches Fundmaterial.

Humperdinck-Schlösschen

Das Schlösschen am Fuße des Bopparder Kreuzberges entstand Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung des Otto Verhagen aus Köln. Später gehörte das herrschaftliche Gebäude unter anderem Prinz Erich-Hermann zu Waldeck-Pyrmont (Hannover), ehe es dann von Julius Seyffardt an Engelbert Humperdinck verkauft wurde. Heute ist das Gebäude von mehreren Mietern bewohnt und neuerdings tagt hier die im Oktober 1991 gegründete Engelbert Humperdinck-Gesellschaft e.V.

Jakobsbergerhof

Der Jakobsbergerhof (3 km nördlich von Boppard) entstand im Zusammenhang mit dem Kloster Peternach. Laut Amtsbeschreibung vom Jahr 1784 umfasste der Hof 172 Morgen 70 Ruten Ackerland, 3 Morgen 83 Ruten, die mit dem Kloster Marienberg strittig waren, 135 Ruten Wiesen, 1 Weingarten mit 7.461 Stöcken. Im 19. Jahrhundert war der Besitz ca. 300 Morgen groß.

Karmeliterkloster

Die Gründung des Klosters - es wurde 1265 zum ersten Mal genannt - ist nach Köln die älteste dieses Ordens im Rheinland. Die Karmelitekirche ist eine um 1320 errichtete Kirche des ehemaligen Karmeliterklosters. Seit 2002 gehören die Karmeliterkirche und das ehemalige Gebäude des Klosters zum UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Kloster Marienberg

Das ehemalige Benediktiner-Nonnenkloster liegt am Berghang südöstlich und außerhalb der mittelalterlichen Stadt. Heute steht noch die 1739-53 nach Plänen des aus Tirol stammenden Architekten Thomas Neurohr errichtete barocke Klosteranlage.

Kloster Peternach

Das ehemalige Kloster Peternach stand an der Stelle des heutigen Jakobsbergerhofes.

Kreuzberg-Kapelle

Die Kapelle auf dem Kreuzberg wurde zwischen 1709-24 als Endpunkt eines Kreuzweges errichtet. Das Gebäude ist rechteckig und zweiachsig, außen ist es mit Strebepfeiler versehen. Das Kreuz stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, Maria und Johannes aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, das Vesperbild ist jünger (Anfang 18. Jahrhundert).

Kurfürstliche Burg

Als der Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg im Jahr 1327 Boppard eroberte, wehrten sich die Stadtbewohner auch in den folgenden Jahren gegen die auferzwungene Herrschaft. Deshalb ließ der neue Stadtherr um 1340 eine Burg errichten, um den widerspenstigen Städtern auch symbolisch seinen Herrschaftsanspruch zu verdeutlichen. So entstand an der nordöstlichen Ecke der römischen Kastellanlage ein befestigter quadratischer Wohnturm.

Mittelalterliche Landwehr

Auf den Höhen oberhalb von Boppard zieht eine Landwehr in West-Ostrichtung etwa 400 lang nach Westen zum steil abfallenden Rand des Thomastales hin. Der weitere Verlauf der Landwehr nach Osten wurde durch den Bau der A61 und die Ansiedlung Pfaffenheck zerstört, ist hie aber noch zu beobachten. Vermutlich reichte die Landwehr etwa 1,2 km weit bis an das Alkener Bachtal und sperrte den Nord-Süd verlaufenden Höhenrücken an der Schmalstelle zwischen beiden Tälern ab.

Nonnenheckhof, Orienbach, Sikal

Die Bezeichnung Nonnenheckhof, wird etymologisch von mittelhochdeutsch nonne + hecke ‘Buschwald’ hergeleitet und weist auf Besitz eines Nonnenklosters hin. Der Hof lag auf der Gemarkungsgrenze Grenze Boppard/Dieblich (Flurname Nonnenheckshof). 1555 wird der Nonnenheckhof erstmals erwähnt, die letzte Nachweise finden sich im 19. Jahrhundert, aber heute ist er völlig verschwunden.

Rathaus

Der zweigeschossiger Backsteinbau wurde zwischen 1884-1885 von Paul Rowald errichtet. Die Anlage des Gebäudes mit Freitreppe und Portal auf hohem Sockelgeschoss und reich gegliederten Fenstern im oberen Stockwerk hat den italienischen Renaissancepalast zum Vorbild.

Ritter Schwalbach-Haus

Das spätgotische Burghaus des Rittergeschlechts Schwalbach aus dem 15. Jahrhundert wurde an die Stadtmauer angebaut. Es wurde 1985-1987 restauriert und in der ursprünglichen Gestalt des 15. Jahrhunderts wiederhergestellt.

Römische Siedlung

Das Mittelrheingebiet war wegen seiner günstigen Bedingungen schon seit frühesten Zeiten relativ intensiv besiedelt. In den letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt war diese Region am Mittelrhein geprägt von der Hunsrück-Eifel- und der Laténekultur, jener hochentwickelten Zivilisation der Kelten. Im NW von Boppard ist eine römische offene Straßensiedlung, ein vicus, bekannt, der an der Südseite der großen Rheinschleife, dem heutigen Bopparder Hamm, gelegen hatte.

Römisches Kastell

Der archäologische Park befindet sich an der Angertstraße und zeigt 55 Meter römische Mauer mit Türmen im Originalzustand. Das stark befestigte römische Kastell wurde wohl nach dem Alemanneneinfall im Jahr 350 ca. 1 km östlich des römischen vicus errichtet. Die Umfassungsmauern ragen heute zum Teil noch in eine Höhe von bis zu 9 m auf.

St. Martin

Die neben einem fränkischen Gräberfeld gelegene Martinskirche wird erstmals im Jahr 911 urkundlich erwähnt. 1489 wurde die Institution in ein Franziskanerinnenkloster umgewandelt. Zwischen 1766-1768 erfolgte der Neubau der heutigen Kirche.

St. Severus

Die ehemalige Stiftskirche St. Severus ist seit 1804 katholische Pfarrkirche. Ursprünglich (bis 1225) war die Kirche den beiden Heiligen St. Peter und St. Johannes geweiht. Eine erste, wahrscheinlich im 5. Jahrhundert in die Ruine des römischen Kastellbades gebaute frühchristliche Kirche wurde in karolingischer Zeit durch Brand zerstört und Ende des 10. Jahrhunderts durch einen Rechteckbau auf neuen Fundamenten ersetzt.

Stadtbefestigung

Bis in das 12. Jahrhundert hinein bildete die geschlossene Stadtbefestigung des immer noch erhaltenen römischen Mauerrings den Schutz der darin wohnenden Bevölkerung. Neben einigen römischen Resten sind auch von der mittelalterlichen Stadtbefestigung beträchtliche Teile erhalten. Die erste Stadtmauer (12. Jahrhundert), die das vor der römischen, rheinseitigen Mauer gelegene Fischer- und Kaufmannsviertel ("Friesenviertel") umschloss, wurde nach 1327 vom Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg verstärkt und um die Ober- und Niederstadt erweitert.

Steinernes Kreuz

Am Rhein stehen zwei steinerne Kreuze. Das eine steht oberhalb der Stadt, stammt aus dem Jahr 1620 und wurde 1947 grundlegend erneuert. Das andere, unterhalb der Stadt, datiert von 1739.

Templerhaus

Das Templerhaus wird 1234 erstmals erwähnt. Das ursprünglich turmartige dreigeschossige Haus hat Giebel auf den Schmalseiten. Das Gebäude wurde bei Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert verfremdet. In der Westwand befinden sich drei spätromanische Doppelarkadenfenster mit Kleeblattbogen- bzw. Rundbogenrahmung.