Hamm in Rheinhessen

Zur Geschichte von Hamm

Luftbildaufnahme Hamm[Bild: Alfons Rath]

Hamm wurde am 14. Oktober 782 erstmals amtlich im Lorscher Codex, einer handschriftlichen Sammlung der Besitztümer des hessischen Klosters Lorsch, erwähnt. Dabei wurde das Dorf, damals noch als "Hammo" bezeichnet, im Wormsgau verortet. Das evangelische Kirchenbuch aus dem Jahre 1633 verwendet den Namen Hamm in seiner heutigen Schreibweise. Es bedeutet "am Ufer oder an der Biegung des Flusses gelegen". Auch heute noch ergibt sich der besondere Reiz der Gemeinde aus ihrer Lage unmittelbar am Rhein bzw. einem noch durchfließenden Seitenarm, der durch eine Insel (Worth oder Wörth) vom Rhein getrennt wird. Hamm wurde 1816 dem Großherzogtum Hessen und nach dem Zweiten Weltkrieg dem Bundesland Hessen zugeordnet. Heute gehört die Orstgemeinde zum Landkreis Alzey-Worms im Regierungsbezirk Rheinhessen/Pfalz.
Neben der Landwirtschaft entwickelte sich im 19. Jahrhundert das Korbmacherhandwerk zu einem bedeutenden wirtschaftlichen und sozialen Faktor. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Naturprodukt "Korb" allmählich durch Kunststoff verdrängt und das traditionelle Handwerk kam zum Erliegen. Über die Grenzen hinaus unterhält Hamm eine lebendige Partnerschaft mit der Gemeinde Varois-et-Chaignot in Burgund und leistet damit einen Beitrag zur deutsch-französischen Völkerverständigung. Das Wahrzeichen der Ortsgemeinde, eine 130 Jahre alte Friedenseiche, ist in der Mitte des Ortes vor dem Rathaus zu finden. Die besondere Lage am Rhein hat dazu geführt, dass die Gemeinde Hamm seit 1. Januar 2002 offiziell den Zusatz "am Rhein" führen darf.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Anne-Karthrin Zehender, Sarah Traub

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegemwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905.

Aktualisiert am: 10.05.2016