Zur Geschichte von Zornheim - von Sigrid Schmitt
Frühe Schenkungen an die Klöster Fulda und Lorsch belegen den Besitz bedeutender Adelsfamilien in Zornheim. Im 9. Jahrhundert besaß auch das Kloster Notre Dame in Soisson Zornheimer Weinberge. Während die Güter diesen Klöstern in der Folgezeit wieder verloren gingen, konnte das Mainzer St. Albanskloster, das neben seinem Grundbesitz auch über die kirchlichen Rechte im Ort verfügte, seine Position halten. 1145 lässt sich St. Alban erstmals als Grundherr in der Gemarkung nachweisen. Über sehr alten Grundbesitz in Zornheim verfügte auch das Mainzer Altmünsterkloster.
1177 verpachtete es diesen - wohl nur zum Teil - auf hundert Jahre an des Kloster Ingelheimerhausen, das ihn dann nach Ablauf der hundert Jahre an St. Klara weiterverkaufte, offenbar ohne die Rechte von Altmünster zu berücksichtigen. Daneben muss Altmünster aber noch weiteren Besitz in Zornheim gehabt haben, da es noch 1668 mehr als 100 Morgen inne hatte. Mit dem Erwerb des ehemaligen Altmünster-Gutes über Ingelheimerhausen aber legte St. Klara den Grundstein für seine spätere Stellung als bedeutendster Grundherr und schließlich auch Ortsherr in Zornheim.
In Zornheim begütert waren weiterhin das Stift Mariengreden, die Mainzer Pfarrei St. Ignatz, die Stifte St. Stephan und St. Johannes und Kloster St. Jakob, Kloster Mariakron und das Katharinenstift in Oppenheim, die Kartause auf dem St. Michelsberg sowie das Mainzer Domstift. Ungeklärt bleiben die Besitz- und Herrschaftsrechte der Herren von Greiffenclau zu Vollraths. Bereits 1366 verkauften sie eine Gülte von über 45 Malter Korn an St. Stephan und setzten dafür 38 Morgen Acker und 82½ M. Weinberge in Zornheim als Sicherheit. Diese Güter wurden 1415 vom Stephansstift eingezogen, da die fällige Gültzahlung ausgeblieben war.
Aus: Sigrid Schmitt: Ländliche Rechtsquellen; redakt. Bearb. S.G.

