Zornheim in Rheinhessen

Zur Geschichte von Zornheim

Ortsgeschichte

Luftbildaufnahme von Zornheim.[Bild: Alfons Rath]

Das Dorf Zornheim geht - wie der Ortsname nahelegt - auf eine Gründung im Zuge der fränkischen Landnahme zurück. Im 8. Jahrhundert waren in der Gemarkung bedeutende Adelsfamilien begütert. In Schenkungen traten sie Teile ihres Zornheimer Grundbesitzes an Klöster ab: 771 an das Kloster Fulda („Zareganheim“) 782 an das Kloster Lorsch („Tzarenheim“). Frühe Besitzungen lassen sich auch für die Klöster Notre Dames in Soisson (Mitte des 9. Jahrhunderts), St. Alban (1145) sowie Altenmünster (1177, vielleicht schon 771) in Mainz urkundlich belegen. In der Folgezeit erlangten weitere Klöster und Stifte Grund und Boden in Zornheim. Unter ihnen konnten sich Reichklara, Kartause, St. Stephan, St. Jakobsberg, Domkapitel, St. Viktor und St. Johann bis zum Ende der Kurmainzer Herrschaft behaupten. Neben den geistlichen gelang es auch mehreren adligen Herrschaften, Grundbesitz in Zornheim zu erwerben. Die bedeutendsten Anteile sicherten sich die Herren von Greifenklau zu Vollrads und die Herren von Dalberg.

Zornheim gehörte im 12. Jahrhundert zum Gerichtsbezirk der Wildgrafen. Diese übertrugen die Ausübung ihrer Vogteirechte in Rheinhessen den Herren von Bolanden. Von den Bolandern ging die Gerichtsherrschaft über auf deren Seitenlinie, die Herren von Hohenfels, und wurde schließlich im Jahre 1329 an das Mainzer Reichklarakloster, den größten Zornheimer Grundbesitzer, weiterverkauft. Während der Ortsherrschaft der Mainzer Klarissen gelang es dem Pfalzgrafen, mit Hilfe des sogenannten Wildfangregals die Mehrheit der Zornheimer Einwohner in seine Leibeigenschaft zu ziehen und damit die Herrschaftsrechte des Vogteiinhabers auszuhöhlen. Mit der Übergabe des Dorfes an den Mainzer Erzbischof im Jahre 1578 wurde diese Entwicklung gestoppt. Zornheim blieb seit dieser Zeit als Teil des Amtes Olm unangefochten im Herrschaftsbereich des Mainzer Kurstaates. Es wurde - wie alle linksrheinischen Gebiete des Erzstiftes - im Jahre 1797 der Französischen Republik einverleibt und gelangte nach dem Wiener Kongress in den Herrschaftsbereich des Großherzogs von Hessen-Darmstadt. Seit der Gründung der Bundesrepublik ist Zornheim Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

 

Pfarreien

Das Patronatsrecht über die Pfarrkirche besaß schon früh das Mainzer St. Albanskloster. Die Pfarrei gehörte zum Archipresbyterat Nierstein, welches einen Teil des Archidiakonates des Propstes von St. Viktor bei Mainz bildete. Nach der Reformation wurde die Pfarrei in das Olmer Landkapitel eingegliedert und ihr Sörgenloch (bis 1898) als Filiale zugeordnet. Seit der Neuordnung der Kirchenorganisation nach dem Wiener Kongress gehörte die Pfarrei zum Dekanat Nieder-Olm, das man 1930 in das Dekanat Mainz-Land integrierte.

Die evangelischen Christen gehörten zur Pfarrei Hahnheim und wurden 1955 in die neu geschaffene Pfarrvikarstelle Nieder-Saulheim mit Sitz in Nieder-Olm aufgenommen. Inzwischen wurde eine eigene Pfarrei Ebersheim-Zornheim geschaffen, welche in Zornheim ein eigenes Gemeindezentrum besitzt.

 

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Rebekka Pabst

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905.
  • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 18.2: Kreis Mainz-Bingen. Bearb. v. Dieter Krienke. Worms 2011.

Aktualisiert am: 26.07.2016