Hochborn in Rheinhessen

Die evangelische Kirche in Hochborn

Straßenansicht der evangelischen Kirche in Hochborn (Laurentiuskirche).

Eine Kapelle in Hochborn wird zum ersten Male im Jahre 1070 erwähnt. Schon damals scheint Hochborn eine Filiale der Kirche in Eppelsheim gewesen zu sein, jedenfalls übertrug der Wormser Bischof Luipold erwählter Erzbischof von Mainz im Jahr 1203 das Patronatsrecht über Eppelsheim und seine Filialgemeinden Hochborn, Hangen-Weisheim und Flomborn der Salvatorkirche in Metz. Da jedoch die Entfernung von Metz zu groß war, verkaufte das Salvatorstift im März 1230 alle seine Besitzungen und das Patronatsrecht an den Dekan und die Wormser Domkirche, womit auch das Patronat der hiesigen Kirche an die Wormser Domherrn fiel.

In späterer Zeit wurde Hochborn eine besondere Pfarrei. Durch die Einführung der Reformation ging die katholische Pfarrei ein. Die alte Laurentiuskirche und das Pfarrgut gingen 1585 in den Besitz der Reformierten über. Während des 30-jährigen Krieges kam wieder ein katholischer Pfarrer in den Ort, doch bereits 1650 hatten wieder nur die Reformierten das Sagen. 1698 erhielten die Katholiken nochmals die
Erlaubnis, ihren Gottesdienst ebenfalls in der Laurentiuskirche abzuhalten.

Alte Postkarte aus Hochborn (ehemals Blödesheim).

Im Jahr 1705 wurden den Reformierten 5/7 der Kirche, den Katholiken 2/7 zugewiesen. 1707 fiel dann bei der Kirchenteilung die Kirche endgültig den Reformierten als alleiniges Eigentum zu. Den Katholischen wurde das obere Stockwerk des ehemaligen Rathauses, das am heutigen Kriegerdenkmal quer über der Straße stand und 1846 niedergerissen wurde, angewiesen. Die Reformierten und Katholischen waren den entsprechenden Pfarreien in Westhofen zugeteilt. 1746 wurde Hochborn vereinigt mit Gau-Heppenheim, wieder zur selbständigen Pfarrei erhoben. Seit 1884 wurde die ev. Pfarrei Hochborn durch den jeweiligen Pfarrer von Hangen-Weisheim mit versehen.

Der schlichte ungegliederte Westturm der heutigen evangelischen Pfarrkirche stammt aus der Zeit um 1200. Die Obergeschosse und der Turmhelm wurde 1907 aufgesetzt. Im Jahr 1618 wurden im Norden ein Saal mit hochgotischen Elementen angebaut.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff

Verwendete Literatur:

  • Brilmayer, Karl Johann: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Neudruck. Würzburg 1985.
  • Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland. 2. Aufl. München 1985.

Aktualisiert am: 21.08.2014