Mainz in Rheinhessen

Das Mainzer Haus "Zum Stein"

Das Haus "Zum Stein" (Weintorstraße 1) stammt in seinem Ursprung aus dem 12. Jahrhundert. Der dreigeschossige Wohnturm erhielt seine charakteristische Form unter Eberhardus de Lapide (vom Stein) um das Jahr 1250. Anfang des 16. Jahrhunderts gelangte das St. Albansstift in den Besitz des Bauwerks. In der Folge wurden die Fensteröffnungen neu gestaltet, die Geschosseinteilung verändert und als Abschluss ein Satteldach aufgeschlagen.
Bei der Rückeroberung der Stadt Mainz von den Franzosen im Jahr 1793 wurde der Turm bei der großen Kanonade getroffen, die Schäden konnten aber weitgehend beseitigt werden.
Zwischen 1981 - 1983 wurde der Turm saniert und seinem romanischen Ursprungszustand nachempfunden. Typisch sind das Mauerwerk aus kleinen Kalksteinen und die beiden Schlitzfenster im Erdgeschoss. Die Nordmauer besitzt noch originale, gekuppelte Fenster im Obergeschoss, die als Grundlage für die Rekonstruktion dienten. Das Haus zum Stein ist das im Kern älteste Wohnhaus in Mainz und einer der ganz seltenen städtischen Wohntürme der Romanik in Deutschland sowie ein Zeugnis frühester patrizischer Architektur.

Nachweise

 

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff

Verwendete Literatur:

  • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 2.2: Stadt Mainz. Bearb. v. Ewald Wegner. Worms 1988.
  • Preßler, Karsten: Mainz im Zeitalter Gutenbergs. Ein Gang durch die spätmittelalterliche Stadt. Alzey 2000.

Aktualisiert am: 19.09.2014