Drais in Rheinhessen

Ortsgeschichte Drais

1. Anfänge der Draiser Geschichte

Die Gegend um Drais befand sich schon zu römischer Zeit an der strategisch wichtigen Rheintalstraße.  Überreste einer römischen Siedlung, die im alten Ortskern gefunden wurden, weisen auf eine villa rustica[Anm. 1] als mögliche Keimzelle der Besiedlung hin. Darüber hinaus ist über diese Epoche für die Gegend jedoch nur wenig bekannt.

 

2. Entwicklung des Dorfes im Mittelalter

Während der Herrschaft Karls des Großen (ca. 747-814) befand sich die Gemarkung im sogenannten Königswald. Dieses Gebiet erstreckte sich vom damaligen Ingelheim über Bretzenheim und Klein-Winternheim bis zum Gonsenheimer Wald.

Dem Architekt Rainer Metzendorf zufolge war Drais womöglich eine Rodungssiedlung des 11. Jahrhunderts. Jedoch geht nicht zweifelsfrei aus den Quellen hervor, ob womöglich ein Hof des fränkischen Adels den Ausgangspunkt für die Gründung des Dorfes darstellte. Anhaltspunkte, die diese These stützen, waren eine eigene Hofkapelle sowie die Erwähnung einer Kirche in Drais, die damals im Besitz des ansässigen Hofes gewesen sein sollen.

 

Der älteste Nachweis über Drais datiert aus dem Jahr 1112 im Zusammenhang des Gütertauschs zwischen den Erzbischöfen Adalbert von Mainz und Adelgot von Magdeburg[Anm. 2]. Die Gründungsurkunde aus dem Jahr 1149 belegt, dass die Propstei-Hirzenach einen Hof in Drais besaß[Anm. 3]. In dieser Urkunde von König Konrad III. aus dem Jahr 1149, in der er der Propstei ein Privileg aussprach, fand das Wort „Treise“ (damalige Bezeichnung für Drais) Eingang in dieses schriftliche Dokument[Anm. 4]. Neben der Propstei-Hirzenach gab es damals noch weitere Grundherren: Zu nennen sind das Mainzer Benediktinerkloster St. Alban, das Stift St. Peter in Mainz, das St. Johannesstift, das Kloster Maria-Dalheim und die Familie von Gutenberg[Anm. 5]. Wir wissen, dass im Jahr 1318 die Familie von Gutenberg die Hälfte der Vogtei Drais an das Reichklarenkloster verkaufte. Im 14. Jahrhundert hatten das Mainzer Klarissenkloster, das Augustiner-Chorfrauenstift St. Peter bei Bad Kreuznach und das Mainzer Hospital Heilig Geist ebenfalls Besitztümer in Drais inne[Anm. 6].

 

Die Ortsherrschaft übten in Drais zwei Parteien aus: der Probst von Hirzenach und das Klarissenkonvent (Reichklara) in Mainz. Im Jahr 1586 übergab das Kloster St. Clara all seine Rechte dem Mainzer Kurfürst. Dies bezeugt die Urkunde vom 22.6.1586: „gerechtigkeiten an renten, zinßen, gefellen unnd andern nutzbarkeiten […] samt aller und yeder anhangender oberherrlich- und gerechtigkeit […] mit strafen bueßen, freveln groß unnd klein, gebotten unnd verbotten“[Anm. 7]. Als Gegenleistung wurde dem Kloster all seine Einkünfte aus ihren verbliebenden Gütern in Drais zugesichert.

3. Von der Frühen Neuzeit bis 1918

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) hatte katastrophale Auswirkungen auf die kleine Ortschaft. Noch heute erinnert ein Tuch in der örtlichen Kirche aus dem Jahr 1632 mit der Aufschrift „Vivit post funera virtus“ an diese Zeit (Übersetzung: „es überlebt nach dem Tod die Standhaftigkeit“). Kriegsschauplatz war der Ort nie, dennoch wurde er – wie viele andere Gemeinden auch – von der Pest heimgesucht. Das örtliche Kirchenbuch vermittelt einen Eindruck, welches Leid die Menschen heimsuchte und die Umstände, weswegen sie häufig ihr Zuhause verlassen mussten: „auß Hungersnoth unndt anderer vielfaltigen Tyrannisch plagen“[Anm. 8]. In den 1650er Jahren begann sich das Leben der Bewohner allmählich zu normalisieren. Kriegerische Auseinandersetzungen sollten dennoch auch in der Folgezeit das Leben der Menschen bestimmen[Anm. 9]. Ob der Ort von der Pest in Rheinhessen im Jahr 1666 erneut betroffen war, ist nicht bekannt.

Der Probst von Hirzenach entschied sich 1670 dazu, seinen Hof sowie alle Rechte an den Jesuitenorden zu verkaufen. Das neue Condominat[Anm. 10] bestand somit aus dem Orden der Jesuiten und dem Mainzer Kurfürst. Mit der Auflösung des Ordens im Jahr 1773 besaß jener nun die alleinige Ortsherrschaft. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer. Zusammen mit seiner Landesherrschaft verlor der Kurfürst 1797 auch die Ortsherrschaft über Drais.

 

Welche Auswirkungen die Belagerung von Mainz – im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges im Jahr 1689 – auf den Ort ausübte, ist aus der aktuellen Forschungsliteratur nicht ersichtlich.

 

Von den Auswirkungen der Französischen Revolution 1789 blieb Drais nicht unberührt. Im Jahr 1792 wurde Mainz nach Ausrufung der Mainzer Republik und offiziellem Anschluss an Frankreich vollständig von französischen Truppen besetzt. Damit endete die Feudalherrschaft im Dorf[Anm. 11]. Mit einer freundlichen Politik gegenüber der Landbevölkerung verfolgten die französischen Truppen das Ziel, dass ihre Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Eingang in die besetzten Gebiete fanden. Das dies gelang, belegte u.a. die Abstimmung über die Annahme der französischen Verfassung. Wahlberechtigt waren alle Männer, die mindestens das 21. Lebensjahr erreicht hatten. In Drais waren zum damaligen Zeitpunkt 35 Personen abstimmungsberechtigt. Letztlich abgestimmt hatten 33 Wahlberechtigte, die sich geschlossen für eine Annahme der Verfassung aussprachen. Dieses Ergebnis fiel in den übrigen damaligen Mainzer Vororten weniger eindeutig aus[Anm. 12].

 

Ergebnisse der Abstimmung über Annahme der französischen Konsitution in der Amtsvogtei Olm
Stimmberechtigt Für die Konstitution
Ober-Olm 170 165 (= 97,1 %)
Kl.-Winternheim 60 57 (= 95 %)
Nieder-Olm 113 103 (= 91,2 %)
Weisenau 169 45 (= 85,8 %)
Nackenheim 135 100 (= 74,1 %)
Gau-Bischofsheim 39 30 (= 78,0 %)
Ebersheim 109 47 (= 43, 1 %)
Laubenheim 98 2 (= 2,0 %)
Sulzheim 86 1 (= 1,2 %)
Zornheim 88 0 (= 0,0 %)

Ungefähr 130 Gemeinden aus dem gesamten Umkreis (zwischen Landau und Bingen) schickten einen Abgeordneten in das Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent[Anm. 13], darunter auch Drais. Dieses bestand jedoch nur für kurze Zeit (17.-31. März 1793) und hatte den Charakter eines Parlaments.

Im Zuge des Friedens von Campo Formio (17.10.1797) und durch den Frieden von Luneville (9.2.1801) übernahm Frankreich die linksrheinischen Gebiete. Drais wurde in das Kanton Nieder-Olm eingegliedert, welches wiederum zum Département Mont-Tonnere (dt. Donnersberg) gehörte[Anm. 14].

Damit einhergehend änderte sich das Leben der Bevölkerung: Gewerbefreiheit wurde gewährt, die Zunftsysteme abgeschafft und der Militärdienst eingeführt[Anm. 15]. Mit der Machtübernahme Napoléons in Frankreich bekamen 1799 auch die linksrheinischen Gebiete einen neuen Herrscher. Im Jahr 1804 trat sein entworfener Code Civil in Kraft und regelte von nun an das öffentliche Leben der Menschen.

Nach dem Ende der napolénonischen-Ära wurde 1814-1815 auf dem Wiener Kongress eine Neuordnung Europas beschlossen. Man einigte sich schließlich darauf, das Gebiet des Département Donnersberg unter verschiedenen Herrschern aufzuteilen. Der nördliche Teil fiel an das Großherzogtum Hessen – damit stand Drais zum ersten Mal unter Verwaltung eines evangelischen Landesherrn[Anm. 16].

3.1. Gemeindestrukturen

Ab 1801 unterstand Drais der Bürgermeisterei Finthen. Der Ort zählte im Jahr 1798 nur 147 Einwohner. Politisch genoss es jedoch eine gewisse Unabhängigkeit und verfügte über eigene Gemeinderäte. Die Gemeindeordnung vom 30.6.1821 stellte die Grundlage für die Gemeindeorganisation dar. Der Bürgermeister galt als der „erste Ortsvorgesetzte“. Eine Amtsperiode betrug sechs Jahre, eine Wiederwahl war möglich. Dem Gemeinderat kam eine „berathende und mitaufsehende“ Funktion zu Teil. Er setzte sich aus den Einwohnern der Gemeinde zusammen. Bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts dominierten Landwirte in Drais die Sitzverteilung im Gemeinderat[Anm. 17].

Im Zuge der Ablösung des Kantonsystems 1835 entstanden die Landkreise Alzey, Bingen, Mainz,– (in den Drais eingeordnet wurde), und Worms. Im selben Jahr wurde Drais eine eigenständige Gemeinde.

3.2. Politik

Welche Auswirkungen die Ereignisse 1848 im Zuge der Märzrevolution und Nationalversammlung in Frankfurt auf den kleinen Ort ausübten, ist nicht bekannt. Auch ob das demokratische Gedankengut Einzug in den Ort erhielt, lässt sich heute nicht mit Gewissheit feststellen. Lediglich eine Äußerung des Finther Pfarrers Anton Autsch aus dem Jahr 1854, ob Drais „wieder […] von den Verwirrungen des Jahres 1848 geheilt sei“, lässt die Vermutung zu, dass die Bürger den demokratischen Ideen offen gegenüberstanden[Anm. 18].

Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg sowie dem damit verbundenen Untergang des Kaiserreiches und des Großherzogtums Hessen, gehörte Drais während der Weimarer Republik zum daraus hervorgegangenen Volksstaat Hessen.

Als am 19.1.1919 die ersten Reichstagswahlen nach dem Krieg stattfanden, sprach sich die Mehrheit des Dorfes für die Zentrums Partei aus. Auffällig ist, dass einige andere Parteien, die in Hessen für den Reichstag kandidierten, in Drais keinerlei Wählerschaft fanden[Anm. 19].

 

Wahl zur Nationalversammlung 19.1.1919
Zentrum 212 Stimmen 77,94 %
Demokratische Partei 3 Stimmen 1,10 %
SPD 57 Stimmen 20,96 %

Für die Wahlen zwischen 1920–1930 lässt sich eine deutliche Verteilung der Wählerstimmen auf mehrere Parteien beobachten. Im Laufe der 1920er Jahre verloren die großen Parteien wie die SPD und Zentrumspartei immer mehr an Zustimmung. Als 1928 zum ersten Mal die NSDAP in Hessen kandidierte, fand sie in Drais keinerlei Zustimmung[Anm. 20].

Reichtagswahlen in Drais 1920-1930 (Angaben in %, Differenzen entstehen durch Auf- oder Abrunden)
Jahr Zentrum SPD KP NSDAP Übrige
1920 74,20 25,00 0,00 - 0,77
1924 50,61 21,05 4,45 - 23,90
1924 65,28 21,74 0,39 - 10,67
1928 58,78 23,67 1,56 - 14,72
1930 65,63 17,34 6,50 1,86 10,45

Die letzte freie Reichstagswahl fand am 5.3.1933 statt. In Drais erzielte die NSDAP ihr schlechtestes Ergebnis im gesamten Landkreis. Die SPD konnte gegenüber den Wahlen von 1932 ihren Stimmenanteil nochmals steigern. Sprachen sich noch 1919 knapp 78 % für die Zentrums Partei aus, konnte sie 1933 lediglich noch 54 % erzielen. Im Juni bzw. Juli dieses Jahres wurden alle Parteien außer der NSDAP aufgelöst[Anm. 21]. Die weiteren Ereignisse der 1930er Jahre, aus der Zeit der reichsweiten Pogrome und Verfolgungen und aus der Kriegszeit bis 1945 wurden für Drais bisher noch nicht ausreichend erforscht. An dieser Stelle können daher für diesen Zeitraum noch keine Aussagen zur Ortsgeschichte getroffen werden.

Reichtagswahl im Kreis Mainz Land, 5.3.1933 (Angaben in % der abgegebenen Stimmen)
NSDAP SPD KP Zentrum Übrige
Budenheim 34,69 20,58 9,98 31,13 3,62
Drais 16,07 22,62 2,30 54,43 3,73
Ebersheim 45,39 4,47 0,00 48,50 1,59
Essenheim 90,67 4,50 0,60 0,72 3,71
Finthen 29,25 18,14 22,00 27,28 3,31
Gau-Bischofsheim 29,52 1,48 0,37 67,90 0,74
Gonsenheim 43,89 13,66 10,55 27,10 4,80
Harxheim 75,16 6,21 0,33 10,13 8,16
Hechtsheim 26,56 27,76 16,64 27,71 1,33
Kl.-Winternheim 34,67 7,54 2,51 54,77 0,50
Marienborn 45,26 13,07 7,71 31,62 2,37
Laubenheim 36,95 23,41 10,65 24,89 4,11
Nieder-Olm 27,81 18,08 3,78 47,28 3,05
Ober-Olm 43,93 9,40 15,30 27,10 4,26
Sörgenloch 27,20 2,83 0,51 66,86 2,55
Stadecken 90,46 1,64 0,15 0,15 7,60
Zornheim 34,80 8,44 0,70 53,43 2,64

4. Drais im Zweiten Weltkrieg bis heute

Die Überlieferungslücke der Draiser Ortsgeschichte endet zusammen mit dem Einmarsch der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 20.3.1945 bemerkten Draiser Bürger die ersten amerikanischen Soldaten, die auf der sog. Linie Wackernheim/Ober-Olmer Wald/Ebersheim/Mommenheim und Selzen mit ca. 300 Panzern anrückten. Im Zuge der Planungen für das weitere strategische Vorgehen besetzten Soldaten die Häuser der Draiser Bevölkerung. In dieser Zeit galten die strengen Regeln der Amerikaner. Es herrschte eine strikte Ausgangssperre, hinzu kam, dass neben dem Mangel an Strom auch das Wasser ausfiel und es den Bürgern nur in den Morgen- und Abendstunden gestattet war ihre Häuser für zwei Stunden zu verlassen, um in den örtlichen Brunnen Wasser zu holen[Anm. 22].

Unmittelbar nach Kriegsende waren die Bürger mit dem Beseitigen der Trümmer sowie dem Wiederaufbau ihrer Häuser beschäftigt. Die Amerikaner dagegen versuchten neue Verwaltungsstrukturen zu etablieren. Der damalige Bürgermeister Molitor musste sich einer gründlichen Kontrolle unterziehen, d.h. es wurde überprüft, in welcher Verbindung er zu den Nationalsozialisten stand. Vorerst durfte er sein Amt weiterführen. Erwin Wollstädter zufolge geschah dies nicht zuletzt auch aus Mangel an Alternativen. Schließlich wurde er dennoch ersetzt. Aus einer kleinen Gruppe von Bürgern, die vom zuständigen US-Kommandeur für den Dienst im Gemeinderat verpflichtet wurde, ging Jakob Wolf als neuer Bürgermeister hervor[Anm. 23].

 

Am 9.7.1945 übernahmen französische Truppen die Kontrolle über die linksrheinischen Gebiete sowie den süddeutschen Raum. Sie verfolgten dabei langfristig das Ziel, die linksrheinischen Gebiete in den französischen Staat einzugliedern. Des Weiteren versuchten sie mit Hilfe von Abgaben von z.B. Maschinen und Lebensmitteln, die Hungersnot im eigenen Land zu bewältigen. Die Folgen für die einheimische Bevölkerung waren dramatisch, weshalb man der französischen Zone den Namen „Hungerszone“ verlieh. Als die Franzosen realisierten, dass ihre Pläne bezüglich einer Eingliederung, aufgrund des Widerstandes der anderen Besatzungsmächte, nicht durchführbar waren, begannen sie 1955/56 einige Truppenteile aus Deutschland abzuziehen. Sie waren in der Folgezeit nur noch in der Pfalz, im badischen Raum und in Berlin stationiert[Anm. 24].

Charakteristisch für die Nachkriegsjahre waren ein stetiger Ausbau und Wachstum des Dorfes. Zu Beginn der 1970er Jahre begann der Ausbau des südlichen Teils; 1978 fand die Osterweiterung statt. 1983 zählte das Dorf bereits 2425 Einwohner. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Draiser Bevölkerung vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

 

Bevölkerungszahlen Drais 1609-1997
Jahr Anzahl Jahr Anzahl Jahr Anzahl Jahr Anzahl
1609 13 Wehrfähige 1843 289 1925 553 1982 2389
1619 85 Einwohner 1846 326 1933 540 1983 2425
ca. 1630 21 Herdstätten 1852 404 1939 568 1984 2406
1631 5 Wehrpflichtige 1858 420 1950 811 1985 2436
1668 17 Herdstätten, 76 Untertanen 1861 426 1961 921 1986 2445
1698 74 kurmainz. Untertanen 1864 416 1970 1153 1987 2477
1783 20 Familien, 120 Seelen 1867 401 1971 1263 1988 2429
1792 35 Wahlberechtigte 1871 406 1972 1317 1989 2451
1795 164 Einwohner 1875 445 1973 1465 1990 2410
1798 32 Haushaltungen, 147 Einw. 1880 484 1974 1544 1991 2421
1806 177 1885 496 1975 1636 1992 2405
1815 177 1890 503 1976 1684 1993 2432
1822 258 1895 497 1977 1742 1994 2462
1882 [???] 256 1900 568 1978 1822 1995 2447
1831 267 1905 585 1979 1951 1996 2458
1834 268 1910 551 1980 2185 1997 2505
1837 295 1919 563 1981 2260 2018 3153

Verlässliche Aussagen im Bezug auf die genauen Bevölkerungszahlen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind nicht realisierbar, aufgrund mangelnder Verwaltungsstrukturen und Interesse an diesen Statistiken[Anm. 25].

Dies änderte sich mit der Gründung des statistischen Landesamtes des Großherzogtums Hessen 1860. Von nun an fanden regelmäßig Zählungen der Bevölkerung statt.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform von 1969 wurde Drais in die Stadt Mainz eingemeindet.

Nachweis

Verfasser: Benjamin Pfannes

Verwendete Literatur:

 

 

o    Böcher, Otto: Die Baugeschichte der Draiser Kirche. In: Walter G. Rödel (Hg.): Vor den Toren der großen Stadt. 850 Jahre Drais 1149-1999. Mainz 1998, S. 121-132.

o    Dumont, Franz: Die Mainzer kurze Republik. In: Die Mainzer Republik. Der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent (Hg. vom Landtag Rheinland-Pfalz). Mainz 1993, S. 107-120.

o    Einwohnermelderegister der Landeshauptstadt Mainz. Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen. Statistikstelle. www.mainz.de/verwaltung-und-politik/buergerservice-online/statistische-informationen.php (zuletzt aufgerufen am 12.10.2018).

o    Krienke, Dieter: Stadt Mainz. Vororte mit Nachträgen zu Band 2.1 und Band 2.2. Bd. 2.3. Worms 1997 (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz).

o    Metzendorf, Rainer: Drais – vom Rodungshof zum Stadtteil. Eine baugeschichtliche Betrachtung. In: Walter G. Rödel (Hg.): Vor den Toren der großen Stadt. 850 Jahre Drais 1149-1999. Mainz 1998, S. 75-100.

o    Metzendorf, Rainer: Katholische Kirche und Kapellen in Drais. In: Draiser Geschichte. Draiser Kirchen und Kapellen. Beiträge zur Draiser Ortsgeschichte. Bd. 2. Wiesbaden 2014, S. 9-30.

o    Rommel, Martina: Drais in der Frühen Neuzeit. In: Walter G. Rödel (Hg.): Vor den Toren der großen Stadt. 850 Jahre Drais 1149-1999. Mainz 1998, S. 33-50.

o    Rommel, Martina: Drais vom Ende des alten Reiches bis 1945. In: Walter G. Rödel (Hg.): Vor den Toren der großen Stadt. 850 Jahre Drais 1149-1999. Mainz 1998, S. 51-66.

o    Schmitt, Sigrid: Ländliche Rechtsquellen aus den kurmainzischen Ämtern Olm und Algesheim. Stuttgart 1996, S. 261 (Geschichtliche Landeskunde Bd. 44).

o    Schmitt, Sigrid: Mittelalterliche Dorfentwicklung und Rechtsprechung. In: Walter G. Rödel (Hg.): Vor den Toren der großen Stadt. 850 Jahre Drais 1149-1999. Mainz 1998, S. 23-32.

o    Wolf, Claus: Drais – der kleinste Stadtteil. In: Claus Wolf (Hg.): Die Mainzer Stadtteile. Zwischen dörflichem Idyll und pulsierender Innenstadt. Augsburg 2004, S. 70-77.

o    Wollstädter, Erwin: Die Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg. In: Walter G. Rödel (Hg.): Vor den Toren der großen Stadt. 850 Jahre Drais 1149-1999. Mainz 1998, S. 67-74.

o    Ziethen, Gabriele: Mogontiacum. Vom Legionslager zur Provinzhauptstadt. In: Franz Dumont/Ferdinand Scherf/Friedrich Schütz (Hg.): Mainz. Die Geschichte der Stadt. Mainz 1999, S. 39-71.

Aktualisiert am: 12.10.2018

 

Anmerkungen:

  1. Krienke 1997, S. 47. Zurück
  2. Schmitt 1996, S. 261. Zurück
  3. Metzendorf 1998, S. 77. Zurück
  4. Wolff 2004, S. 76. Vgl. die dazugehörige Urkunde: MGH DD K III, Nr. 211 https://www.dmgh.de/de/fs1/object/display/bsb00000455_00409.html?sortIndex=030%3A040%3A0009%3A010%3A00%3A00&sort=score&order=desc&context=Treise&hl=false&fulltext=Treise (zuletzt aufgerufen am 23.09.2018). Zurück
  5. Krienke 1997, S. 47. Zurück
  6. Schmitt 1998, S. 23. Zurück
  7. Rommel 1998, S. 36. Zurück
  8. Rommel 1998, S. 46. Zurück
  9. Folgende Kriege übten Einfluss auf die Menschen in Drais aus: Holländische Krieg (1671-1678), Pfälzische Erbfolgekrieg (1687-1697), Spanische Erbfolgekrieg (1701-1714), Polnische Thronfolgekrieg (1733-1735), Österreichische Erbfolgekrieg (1740-1748), Siebenjährige Krieg (1756-1763) sowie die Revolutionskriege. Zurück
  10. Es bezeichnet die gemeinsam ausgeübte Herrschaft mehrerer Herrschaftsträger. Zurück
  11. Krienke 1997, S. 47. Zurück
  12. Ebd., S. 35. Zurück
  13. Das Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent war dazu berechtigt Gesetze während der Mainzer Republik (1792/93) zu erlassen. Vgl. dazu Dumont 1993, S. 108. Zurück
  14. Rommel 1998, S. 36. Zurück
  15. Rommel: Drais vom Ende des alten Reiches bis 1945, 1998, S. 51. Zurück
  16. Ebd., S. 53. Zurück
  17. Ebd., S. 54. Zurück
  18. Ebd., S. 56. Zurück
  19. Ebd., S. 56. Zurück
  20. Ebd., S. 57. Zurück
  21. Ebd., S. 58. Zurück
  22. Wollstädter 1998, S. 69. Zurück
  23. Ebd., S. 69. Zurück
  24. Ebd., S. 70. Zurück
  25. Metzendorf 1998, S. 107. Zurück