Glossar historischer Fachbegriffe
Hier entsteht eine Sammlung von Fachbegriffen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und verwandten Wissenschaften. Als Quellen wurden eigene Recherchen, einschlägige Lexika (Lexikon des Mittelalters; Haberkern/Wallach; Fuchs/Raab) sowie Internetseiten anderer Bearbeiter genutzt.
Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen nehmen wir gerne entgegen.
Glossar: Buchstabe C
- Calefaktorium
-
Definition:Wärmstube des Klosters
Das Calefaktorium (lat. calidus = warm; facere = machen) war die Wärmstube des Klosters, oft der einzige heizbare Raum (außer der Küche). Unter dem Raum befand sich meist die Heizkammer.
- Calvinismus
-
Definition:Glaubensrichtung
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Reformation
- camera
-
Definition:Arbeitsraum des Klosters
Als Camera (lat.. camera, deutsches Lehnwort = Kammer) wird der Arbeitsraum eines Klosters bezeichnet.
- caminata (Kemenate)
-
Definition:Beheizter Raum auf der Burg
Durch einen Kamin, später auch Kachelofen heizbares Bauwerk bzw. heizbarer Raum in einer Burg;. (Vgl. auf dem Plan einer "idealen Burg" Nr.20)
- castellum
-
Definition:Lateinische Bezeichnung der Burg
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Burg
- castrum
-
Definition:Lateinische Bezeichnung für Burg
Als castrum wurde das mit Wall und Gräben befestigte Heerlager der Römer bezeichnet. Es handelte sich ursprünglich um eine meist rechteckige Anlage, die von Graben und Wall umgeben und durch Palisaden geschützt war. Die beiden Haupttore waren durch die Via principalis verbunden. Rechtwinkelig dazu verlief eine zweite Straße, die die beiden anderen Tore verband. Aus zahlreichen dieser castra haben sich in Deutschland in späterer Zeit Städte entwickelt.
Auf römische Garnisonen gehen beispielsweise zurück: die Städte Mainz, Bingen Boppard, Koblenz, Bonn, Köln, Kreuznach, Alzey, Augsburg und Regensburg. Die Bezeichnung castrum hat sich im Mittelalter in lateinischen Texten und Urkunden auf die mittelalterliche Burg übertragen. Auch die befestigte Pfalz taucht in den Quellen gelegentlich als castrum auf. In der Spätzeit wurden sogar Schlösser und Festungen castra genannt. - Chartular
-
Sammlung von Urkundenabschriften in Buchform.
- chateau-fort
-
Definition:
Französische Bezeichnung für Burg.
- Chor
-
Definition:Teil des Kirchenschiffs
Chor nannte man ursprünglich den Platz für Tanz und Sänger im antiken Griechenland. In der christlichen Kirche ist es der Ort für den Chor der Geistlichen.
- Chorherren
-
Definition:Kleriker
Chorherr ist die ab 535 belegte Bezeichnung für Kleriker, die unter einem Bischof oder Erzpriester Gottesdienste abhalten und in der Regel gemeinschaftlich zusammenleben. Mitte des 8. Jahrhunderts verfasste der Metzer Bischof Chrodegang eine für die Chorherren bestimmte Regel. Das Verschwinden des Gemeinschaftslebens und die Aufteilung der Kirchengüter im 10. Jahrhundert entfachte heftige Kontroversen, was dazu führte, dass sich ab dem 11. Jahrhundert viele Chorherren den Regeln des hl. Augustinus (Augustiner-Chorherren) unterwarfen und der Orden der Prämonstratenser entstand (Regularkanoniker). Der Begriff Chorherren bezeichnet zudem die Säkularkanoniker der Kathedralen (Domkapitel) und Kollegiatkirchen (Kollegiatsstifte), die sich den Reformen nicht anschlossen. Siehe auch Kanoniker.
- Chronogramm
-
Definition:
In einer Inschrift durch Hervorhebung einzelner Buchstaben verschlüsselte römische Jahreszahl.
- Ciborium
-
Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Ziborium
- Cluniazenser
-
Definition:
Der hochmittelalterliche benediktinische Reformorden ist nach der Abtei Cluny (Saône-et-Loire in Frankreich) benannt. Dort hat er seinen Ursprung und sein Zentrum. Cluny genoss von seiner Gründung (909/910) an eine weitgehende rechtliche Unabhängigkeit. Dieser Umstand begünstigte die Entwicklung der Cluniazenser zu einem einflussreichen Orden. Beherrschendes Element der cluniazensischen Reform war die feierlich ausgestaltete Liturgie. Den Mönchen blieb wenig Zeit zum Studium und zur geistlichen Lesung, auch die körperliche Arbeit trat völlig zurück. Die Pflege des Totengedächtnisses, u.a. die Einführung des Allerseelentages im 11. Jahrhundert, veranlasste den Adel zu reichen Schenkungen an die Cluniazenser. Neugründungen und im Geiste Clunys reformierte Klöster führten zur Entstehung eines von der burgundischen Mutterabtei abhängigen monasterischen Verbands. Seine Grundlage bildeten Priorate, deren Prioren durch den Abt von Cluny frei bestellt wurden. Der Klosterverband der Cluniazenser verbreitete sich über ganz Westeuropa, mit Schwerpunkt im französischen Sprachgebiet.
Bis Mitte des 12. Jahrhunderts übten die Cluniazenser-Priorate einen beträchtlichen Einfluss auf Adel, Gesellschaft und Politik aus. Dieser gründete auf der geographischen Lage der Klöster, der führenden Rolle der Cluniazenser in der Kirchenreform und der Vermittlerrolle, die Cluny selbst während des Investiturstreites zwischen dem Papst und dem Kaiser übernahm. So wurden einige der Kontakte, die schließlich zum Wormser Konkordat von 1122 führten, in Genf und Basel geknüpft. Obwohl viele Schriften und Bauten der Cluniazenser verloren gingen, lässt sich dennoch ermessen, wie groß ihre künstlerische und kulturelle Bedeutung vom Ende des 10. bis Mitte des 12. Jahrhunderts war. ( Quelle: http://www.heiligenlexikon.de) - Contrescarpe (Kontrescarpe)
-
Definition:Grabenwand
Äußere, vielfach nur geböschte, aber auch oft mit Mauerwerk verkleidete Grabenwand.
- Contus
-
Definition:Lanzenart
Ein Contus ist eine extrem lange Lanzenart, die von römischen und byzantinistischen Kavelleristen verwendet wurde.
- Conventualen
-
Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Kloster