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Glossar historischer Fachbegriffe

Hier entsteht eine Sammlung von Fachbegriffen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und verwandten Wissenschaften. Als Quellen wurden eigene Recherchen, einschlägige Lexika (Lexikon des Mittelalters; Haberkern/Wallach; Fuchs/Raab) sowie Internetseiten anderer Bearbeiter genutzt.
Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen nehmen wir gerne entgegen.


Glossar: Buchstabe D

Dach
Definition:

Das Dach besteht aus dem Dachstuhl zur Aufnahme der auf das Dach wirkenden Kräfte (Eigengewicht, Wind, Schnee usw.) und der Dachdeckung... ...mehr

Dachdecker
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Zimmerleute

Dacherker
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Erker.

Dachreiter
Definition:

Schlankes (meist hölzernes) Türmchen auf dem Dachfirst. Von den Zisterziensern im 13. Jahrhundert eingeführt, dann auf Predigerkirchen, ersetzt bei den gotischen Kathedralen manchmal den Vierungsturm, weil der Turmbau auf die Westfassade konzentriert wird.

Dansker (Danziger)
Definition:

Aborterker (Abortturm) der Burgen des Deutschen Ordens. Der Dansker befand sich aus hygienischen Gründen außerhalb der eigentlichen Burganlage über einem fließenden Gewässer und war durch einen gesicherten Gang mit der Burg verbunden.

Deambulatorium
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Chor

Deckzeug
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen

Dekan
Definition:Vorsteher einer Gruppe von Mönchen

In der katholischen Kirche war der Dekan ursprünglich der Vorsteher von zehn (lat. decem) Mönchen. Seit dem 9. Jahrhundert steht er an der Spitze des Dekanats. Aus dessen Pfarren wurde er vom Bischof (oft auch vom Domkapitel, im Mittelalter auch vom Archidiakn) ernannt. Er war die Instanz zwischen Bischof und der Pfarrgeistlichkeit, mit der gesamten geistlichen und administrativen Aufsicht betraut, insbesondere Vorsitzender des Landkapitels. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Stellung des Dekans durch den Offizial mehr und mehr eingeschränkt. Von der protestantischen Kirche wurden die Dekane in einigen Ländern übernommen, entsprechen in ihren Befugnissen aber nicht immer den katholischen.

Denar
Definition:Römische bzw. mittelalterliche Münze

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte

Dendrochronologie
Definition:Verfahren der Altersbestimmung

Die Dendrochronologie (vom griechischen dendros = Baum, chronos = Zeit und logos = Kunde) ist ein zu Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entwickeltes Verfahren zur Datierung von Holz unbekannten Alters durch Vergleich seiner Jahresringmuster mit einem "Baumringkalender". ...mehr

deutsch
Definition:

Das Wort "deutsch" leitet sich aus dem lateinischen "theodiscus" oder "teutonicus" ab, was sich mit "Volk" übersetzen läßt und im 9. Jahrhundert für die Sprache des Volkes der Ostfranken, die im Germanischen wurzelte, verwendet wurde. Daraus wurde die Namensbezeichnung für alle Ostfranken, die diese Volkssprache "diutisc" benutzten, die Deutschen.

Deutscher Orden
Definition:Geistlicher Ritterorden

Der Deutsche Orden ist ein 1190 während der Belagerung von Akko im Rahmen des 3. Kreuzzuges von Bremer und Lübecker Kaufleuten gegründeter Krankenpflegeorden, der 1199 in einen geistlichen Ritterorden mit Sitz in Akko umgewandelt wurde. ...mehr

Diakon
Definition:Seelsorger

Nach der Reformation in den protestantischen Kirchen vor allem Armen- und Krankenpfleger, dann überhaupt Organ der inneren Mission, teils Geistlicher zur Hilfe des Pfarrers, teils Laie. Neben den männlichen Diakonen gibt es auch weibliche Diakonissen.
Heute ist der Diakon ein Seelsorger, der zu bestimmten liturgischen Diensten befugt ist. Die Weihe des Diakons erfolgt durch den Bischof. Diakone gibt es als Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe und als eigenständiges Amt, das auch verheirateten Männern ab 35 offensteht, die dieses Amt haupt- oder nebenamtlich ausführen können.

Diözese
Definition:Sprengel eines Bischofs

Der Ausdruck Bistum bzw. das mittelhochdeutsche "bischoftuom" kam im Laufe des Mittelalters als Synonym zu dem Begriff Diözese auf, der im lateinischen Westen ab dem 5. Jahrhundert zur Bezeichnung eines Bischofssprengels verwendet wurde, ursprünglich aus dessen Stadt und dem umgebenden Land bestehend. Mehrere Diözesen sind einer Erzdiözese zugeordnet. Das Gebiet der Diözese wiederum ist in Pfarreien und Dekanate aufgegliedert.
In der protestantischen Kirche ist Diözese der Bezirk eines Dekans oder Superindenten, neben dem ein Diözesanausschuss aus Geistlichen und Laien steht.

Dirnitz
Definition:Saal einer Burg

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Dürnitz

Divisorium
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Aquädukt.

Dolch
Definition:Handwaffe

Als Dolch bezeichnet man eine zweischneidige Blankwaffe, deren Gesamtlänge 60 cm nicht überschritt...mehr

Dom
Definition:Bischofskirche

(lat. domus Dei = Haus Gottes), Bischofskirche, in Deutschland auch Hauptkirche einer Stadt ohne Bischof. In Süddeutschland auch Münster genannt.

Domäne
Definition:Staatsgut

Eine Domäne ist im Besitz des Staates befindliches Gut. Darunter zählen heute noch zahlreiche Forsten oder auch Weinbaubetriebe. In der Zeit der Säkularisation bestanden die Domänen im Rheinland aus den enteigneten und eingezogenen Gütern der Geistlichkeit, der aufgehobenen und feindlichen Staaten und der Flüchtlinge. Dabei fasste in dieser Zeit die Ordentliche Krondomäne die Besitzungen des Staates zusammen, während die Außerordentliche Krondomäne diejenigen umfasste, über die Kaiser Napoleon I. allein und uneingeschränkt verfügen konnte. (Quelle: nrw2000.de)

Domdekan
Definition:Domdechant

Der Domdechant, meist ein Weihbischof, ist im Domkapitel mit der Seelsorge beauftragt.

Domherr
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Domkapitel

Dominikaner
Definition:Geistlicher Orden

Gründer des Dominikanerordens (lat. Ordo fratrum Praedicatorum, OP) war 1214 der Spanier Dominikus Guzman aus Caleruega (1170-1221). ...mehr

Domkapitel
Definition:An der Bischofskirche wirkender Klerus

Unter einem Domkapitel versteht man die korporativ verfasste Gemeinschaft des an einer Bischofskirche (Kathedrale) wirkenden Klerus. ...mehr

Dompropst
Definition:Vorsteher des Domkapitels

lat. praepositus = Vorgesetzter. Zusammen mit dem Domdechanten (Domdekan) einer der Dignitäre (Würdenträger) des Domkapitels, welchem er vorsteht.

Donjon
Definition:Wohnturm (Burg)

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Wohnturm und Donjon

Doppeladler
Definition:Ornament

Ornament in Form eines Adlers mit zwei voneinander abgewendeten Köpfen. Die älteste bekannte Darstellung eines Doppeladlers befindet sich auf einem babylonischen Rollsiegel (um 2300 v. Chr.). Bei den Hethitern war der Doppeladler gleichfalls üblich, wie Siegelabdrücke erkennen lassen (1250 v. Chr.). Später war der Doppeladler vor allem das Zeichen von Byzanz und kam, etwa durch die Heirat byzantinischen Prinzessinnen, u. a. zu den Seldschuken. Zu finden sind Doppeladler heute noch z. B. in seldschukischen Moscheen (Divrigi/Türkei). Die doppelköpfigen Adler sollten vermutlich eine symbolische Schutz- und Wächterfunktion ausüben und Unbefugte abschrecken. Aus dem Orient gelangte das Motiv durch die Kreuzfahrer nach Europa. Die früheste europäische Darstellung aus der Zeit um 1180 n. Chr. stammt aus dem Kloster St. Emmeram in Regensburg. Die <dfn title="Nach der Habsburg (Schweizer Kanton Aarau) benanntes deutsches Fürstengeschlecht,">Habsburger</dfn> verwendeten den Doppeladler erstmals am 16. März 1365 als Siegel. Seit 1433 war das Wappentier Bestandteil des deutschen Reichswappens. Im 15. Jahrhundert übernahm auch der Zarenhof den Doppeladler als Herrschaftssymbol. In weiterer Folge sind mehr oder weniger stilisierte Doppeladler auf vielen Wappen zu finden; der Doppeladler war auch Symbol des römisch-deutschen Kaiserreichs und der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Doppelhaken
Definition:Geschütztyp

Der Doppelhaken war doppelt so groß wie die einfache Hakenbüchse...mehr

Doppelkapelle
Definition:Kapelle auf der Burg

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Burgkapelle

Dorische Säulenordnung
Definition:Form von Säule und Kapitell

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Kapitell.

Dormitorium
Definition:Schlafsaal im Kloster

Das Dormitorium (lat. dormire = schlafen) ist der Schlafsaal eines Klosters. Bis zum späten Mittelalter schliefen alle Angehörigen eines Klosters in einem Gemeinschaftsschlafsaal, nur <dfn title="Vorsteher einer klösterlichen oder klosterähnlichen Gemeinschaft">Abt</dfn> bzw. Äbtissin hatten eigene Schlafräume. Später wurden in Dormitorien auch einzelne Zellen für die Mönche/Nonnen eingerichtet.

Dorsale
Definition:Teil des Chorgestühls

Dorsale kann zum einen die Rückwand des Chorgestühls sein (Chor), die architektonisch gegliedert und oft mit Baldachinen versehen ist. Sie war meist aus Holz, aber, vor allem in Frankreich auch aus Stein. Das früheste Beispiel hierfür findet man im Dom von Trier, das großartigste im Naumburger Westchor.
Zum anderen wird auch der textile Behang des Chorgestühls als Dorsale bezeichnet. Ein Dorsale konnte dann gewirkt, gestickt oder auf Leinen gemalt sein.

Dotation
Definition:

Dotationen sind finanzielle Ausstattungen für bestimmte Personen oder Einrichtungen. Diese Ausstattungen bestanden in der Zeit Napoleons etwa für die Ehrenlegion, verdiente Persönlichkeiten, wie den Fürsten von Wagram, oder auch das Pariser Waisenhaus sowie Einrichtungen für Soldaten und Veteranen. Dabei haben die bedachten Einrichtungen und Personen lediglich das Nutzungsrecht an den Dotationsgütern oder deren Einkünften, während das Eigentumsrecht beim Staat blieb.
(Quelle: nrw2000.de)

Dreifelderwirtschaft
Definition:Bodennutzungssystem

Feldsystem, bei dem im regelmäßigen Wechsel ein Drittel des Ackerareals mit Wintergetreide und ein drittel mit Sommergetreide bestellt wurde; das letzte Drittel blieb als Brachfeld liegen. Im weiteren Sinne bezieht sich die Dreifelderwirtschaft auf die Fruchtfolge und nicht auf die Aufgliederung des Feldes. Im engeren Sinne bezeichnte sie eine mit Zelgen verbundene Dreifelderwirtschaft. Hierbei war die Ackerfläche einer Dorfgemarkung in drei Felder unterteilt und wurde in einem dreijährigen Rythmus von den Bauern des Dorfes bebaut... mehr

Dupondius
Definition:Alte Münze

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte

Dürnitz
Definition:Saal einer Burg (auch Dirnitz)

Im ausgehenden Mittelalter wurden aus slawisch dorniza ("beheizte Stube") die Bezeichnung "Dirnitz", "Dürnitz" oder "Türnitz" für einen beheizbaren Erdgeschoßsaal entlehnt und schließlich damit bisweilen ein ganzer Saalbau (Speisesaal, Aufenthaltsraum für Gäste, Versammlungsraum) bezeichnet. Der Ausdruck wird gelegentlich auch für Kemenate gebraucht.

Dynastenburg
Definition:

Burg eines Herrschergeschlechtes, Verwaltungimittelpunkt eines Fürstentums.

Dynastie
Definition:Herrscherhaus (Deutsches Reich)

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Herrscherhäuser

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