Glossar historischer Fachbegriffe
Hier entsteht eine Sammlung von Fachbegriffen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und verwandten Wissenschaften. Als Quellen wurden eigene Recherchen, einschlägige Lexika (Lexikon des Mittelalters; Haberkern/Wallach; Fuchs/Raab) sowie Internetseiten anderer Bearbeiter genutzt.
Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen nehmen wir gerne entgegen.
Glossar: Buchstabe V
- Vasall
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Definition:Gefolgsmann
Vasall war eigentlich der unfreie Diener, dann in fränkischer Zeit der Freie (selten auch Unfreie), der in einem persönlichen Treueverhältnis, durch Kommendation begründet, zu einem mächtigen Herrn oder dem König als Schutzherrn (senior) stand (deshalb wird Vasallität auch Seniorat genannt). Schon in altgallischer Zeit häufig , nahmen die Vasallen. in spätrömischer Zeit so zu, dass sie und die seniores zusammen fast allein die Landbevölkerung bildeten. Der Vasall stand im Abhängigkeitsverhältnis zum Herrn und wurde von ihm geschützt und vertreten, z.B. vor Gericht. Auch hatte er besondere Vorrechte. Dafür leistete er bestimmte Dienste, und zwar im Laufe der Zeit mehr und mehr nur kriegerische. Gleichzeitig nahm die Vasallität Formen der Gefolgschaft in sich auf (Treueid) und verschmolz im 9. Jahrhundert mit ihr. Schon früh hatte der Vasall in der Regel eine Prekarie bzw. ein "beneficium" erhalten (vasallitische Leihe), und so erschien er nunmehr als abgeschichteter Gefolgsmann und kam nur noch auf Gebot des Herrn zu Hofe: er wurde zum Lehensmann. Im Gegensatz zu diesem ausgebildeten Lehenswesen (Feudalität, Feudalwesen) bezeichnet man vielfach den oben erwähnten Zustand als Benefizialwesen.
- Vegetius
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Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.
- Verbandsgemeinde
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Definition:
Die Verbandsgemeinde ist ein Verbund mehrerer benachbarter selbständiger Gemeinden mit dem Ziel, bestimmte öffentliche Aufgaben der örtlichen Gemeinschaft für alle Gemeinden gemeinsam zu erfüllen.
Durch die Verbandsgemeinde werden also mehrere Gemeinden zusammengefasst, ohne dass diese Gemeinden ihre Selbständigkeit verlieren. Diese Gemeinden bestehen nach wie vor selbständig weiter. Sie haben wie bisher einen von den Gemeindebürgern frei gewählten Gemeinderat, und sie haben auch weiterhin einen vom Gemeinderat gewählten Bürgermeister, der ehrenamtlich tätig ist. Der Bürgermeister leitet die Gemeindeverwaltung und führt den Vorsitz im Gemeinderat.
Ein teil der in Rheinland-Pfalz vorgesehenen Verbandsgemeinden hatte sich schon freiwillig nach den Plänen der Landesregierung gebildet und ihre Arbeit aufgenommen. Die übrigen wurden durch Gesetz ins Leben gerufen. Am 23.4.1972 war die Bildung der Verbandsgemeinden und damit die territoriale Neuordnung des Landes abgeschlossen.
Die Verbandsgemeinde steht als der für die Gemeinden tätige Dienstleistungsbetrieb zwischen der einzelnen Gemeinde und dem Landkreis. Sie enthält eine mit Fachleuten besetzte Verwaltung, die in der Lage ist, die zu bewältigenden Aufgaben sachkundig zu bearbeiten. Die Anliegen der Bürger werden von einem mit dem jeweiligen Aufgabenbereich besonders vertrauten Beamten bearbeitet. Die Verbandsgemeinde soll diejenigen gemeindlichen Aufgaben übernehmen, die über die Leistungs- und Verwaltungskraft der einzelnen Gemeinden hinausgehen und deren gemeinsame Erfüllung im öffentlichen Interesse geboten ist. Ihr Ziel ist es, eine optimale Verwaltung zu schaffen, die in der Lage ist, alle Probleme eines modernen Dienstleistungsbetriebes zu bewältigen. - Vesper
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Definition:Klösterliches Stundengebet
Die Klosterinsassen sangen zu den verschiedenen Zeiten des Tages Stundengebete, die den Tag gliederten.
- Vesper
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Definition:
Die Klosterinsassen sangen zu den verschiedenen Zeiten des Tages Stundengebete, die den Tag gliederten ...mehr (Mönch).
- vicus
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Definition:
(lat.) Dorfähnliche Siedlungsform, oftmals mit rechtwinklig sich kreuzenden Wegen.
- Vidimus
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Definition:Begriff aus der Urkundensprache
Überlieferumgsform einer Urkunde mit Rechtskraft. Der Text einer Originalurkunde (A) wird in eine andere Urkunde (B) abgeschrieben. Deren Aussteller ist eine dritte Person, die nur bestätigt, dass der abgeschriebene Text dem des Originals entspricht. Hierbei entsteht für den Aussteller des Vidimus (B) keine Bindung an den Text der Originalurkunde (A). Man kann beim Vidimus auch vereinfacht von einer "beglaubigten Kopie" der Originalurkunde sprechen.
- Vierherrische, das
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Definition:HHerrschaftsform am Rhein (13. Jh.)
Der Begriff das „Vierherrische" entstand, nachdem durch die Teilungen der Grafenhäuser von Nassau (1255) und von Katzenelnbogen (1260) die Grafschaft auf dem Einrich vier Herren gemeinsam gehörte. Die Zersplitterung der Landeshoheit war Anlass für manchen Streit der "Herren" untereinander, was sich auch nicht änderte, als Hessen-Kassel 1479 nach dem Aussterben des Grafenhauses in die Rechte der Katzenelnbogener eintrat. Erst nach dem zweiten Nastätter Rezess kam es 1755 zur Auflösung des "Vierherrischen".
- Vierling, Vierlig
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Definition:Altes Maß
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte
- Vierpaß
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Definition:
Aus vier Kreisteilen zusammengesetzte Maßwerkform.
- Viertel
-
Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.
- Vierung
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Definition:
Das Gewölbequadrat, in dem sich Mittelschiff und Querschiff kreuzen, ist die Vierung. Darüber erhebt sich der Vierungsturm. Die sich in der Querhausachse anschließenden Teile sind die Querarme. Weist der Querbau nicht die gleiche Gewölbehöhe auf, spricht man von Querhäusern.
- Vigilien
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Definition:Klösterliches Stundengebet
Die Klosterinsassen sangen zu den verschiedenen Zeiten des Tages Stundengebete, die den Tag gliederten.
- Vikar
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Definition:
In der katholischen Kirche ist der Vikar Stellvertreter eines mit ordentlicher Amtsgewalt bekleideten kirchlichen Amtsträgers. In der Es gibt zahlreiche Arten von Vikaren. In der protestantischen Kirche ist Vikar der Anwärter auf ein Predigt- oder Pfarramt, der die erforderlichen Prüfungen abgelegt hat.
- villa rustica
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Definition:
Der häufigste ländliche Siedlungstyp des westlichen Römischen Imperiums war - von Nordafrika abgesehen - die sogenannte villa rustica, ein landwirtschaftlicher Gutsbetrieb, der in das Wirtschafts- und Kulturleben des Römischen Reiches eingebunden war ...mehr
Siehe auch Limes
- Vinteile
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Definition:Schurz an der Seite des Herseniers
Schurz an der Seite des Herseniers...mehr
- Visier (am Helm)
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Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnierrüstung.
- Visierhelm
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Definition:
Der Visierhelm hat sich seit der Mitte des 14. Jahrhunderts aus der Beckenhaube entwickelt...mehr
- Visierplatte
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Definition:
Die Visierplatte ist maskenförmig und mit zwei Sehschlitzen und Atemlöchern verbreitert...mehr.
- Vitruvius
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Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.
- Vogelweide, Walther von der
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Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Frauen, Liebe, Minne.
- Vogler
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Definition:Geschütz
Der Vogler des frühen 15. jahrhunderts war ein leicht zu handhabendes Hinterlader-Geschütz, das aus zwei Teilen bestand...mehr.
- Vogt
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Definition:Ursprünglich der weltliche Vertreter von Geistlichen, Kirchen, Klöstern etc., der diese in weltlichen Angelegenheiten, z. B. vor Gericht, nach außen vertrat.
Der Vogt (von lateinisch advocatus: „Sachwalter) verwaltete das Kirchengut und die weltlichen Rechte der kirchlichen Institute. Nachdem den Kirchen vor allem seit der Karolingerzeit Immunitätsrechte verliehen worden waren und sie dadurch selbst Gerichtsherren mit zum Teil Hochgerichtsbarkeit geworden waren, benötigten sie zu deren Ausübung weltliche Vertreter, da ihnen die ausübung der Blutsgerichtsbarkeit untersagt war. Auch in der Reichsverwaltung gab es Vögte mit unterschiedlich Aufgaben. Es handelte sich um Verwaltungsbeamte, die häufig gleichzeitig mit richterlichen Funktionen ausgestattet waren und meist kleine Amtsbezirke betreuten. Über größere Gebiete wurden Land- oder Reichsvögte gesetzt, die gleichsam als Stellvertreter des Königs fungierten. Seit dem 14. Jahrhundert wurde auch dieses Amt erblich, und die Vogteiverfassung zerfiel. (Text: Nicolai)
- Vogt
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Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter.
- Vogtburgen
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Definition:
Zahlreiche Burgen wurden von Vögten errichtet, die im Dienst der Kirche standen. Die Kirche war auf diese Vögte angewiesen, da sie selbst keine hohe Gerichtsbarkeit ausüben durfte; über Leben und Tod konnten nur nichtkirchliche Personen richten. Diese Adligen nutzten ihre Stellung häufig für eigene Interessen aus, da sich die unbewaffneten Äbte und Nonnen meist nicht gegen sie wehren und allenfalls den Landesherrn oder König um Hilfe bitten konnten. Viele Vögte bauten Burgen auf dem Grund und Boden ihres geistlichen Dienstherrn ohne ihn vorher um Erlaubnis zu fragen. Sie begründeten den Bau mit ihrer Aufgabe als Schutzherren der Kirche. Gewannen sie allzu großen Einfluß, versuchte die Kirche ihre ungetreuen Vögte wieder loszuwerden, meist jedoch vergeblich. Nicht selten einigten sich aber Kirche und Burgherr gütlich. Um den Streit zu beenden, wurde der Baugrund nachträglich der Kirche geschenkt, diese gab es dem Burgherrn dann als Lehen zurück. Alles blieb eigentlich beim alten, nach wie vor lebte und amtierte der Vogt auf der Burg, sie gehörte aber jetzt offiziell dem Dienstherrn, dem diese rechtliche Legitimation wichtig war.
- Volksfrieden
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Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Landfrieden.
- Voluten
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Definition:
Spiralförmig aufgerolltes Ornament an Kapitellen der ionischen Bauordnung, in Renaissance und Barock auch an Giebeln und Konsolen.
- von Reichs wegen
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Definition:
Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Fehde.
- Vorkragung
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Definition:
Vortreten der Außenwand über Gesims, Konsolen oder Balken mit Kopfbändern.
- Vorwerk
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Definition:
Ein vom Haupthof gesondert liegender kleiner Gutshof zur Bewirtschaftung der entfernt liegenden Schläge, Felder und zur Aufnahme des Weideviehs. Bei Verpachtungen meist für sich selbst verpachtet. Daher sind die heute unter den Begriff Vorwerk fallenden Ansiedlungen nur recht klein.
- Votiv
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Definition:
Lateinisch "ex voto" = entsprechend dem Gelübde. Ein auf Grund eines Gelübdes gestifteter Gegenstand als Dankesgabe für Errettung aus Not, Gefahr, von Krankheit usw.