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Glossar historischer Fachbegriffe

Hier entsteht eine Sammlung von Fachbegriffen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie und verwandten Wissenschaften. Als Quellen wurden eigene Recherchen, einschlägige Lexika (Lexikon des Mittelalters; Haberkern/Wallach; Fuchs/Raab) sowie Internetseiten anderer Bearbeiter genutzt.
Vorschläge für Ergänzungen und Verbesserungen nehmen wir gerne entgegen.


Glossar: Buchstabe W

Waffenmessen
Definition:

In vielen Städten des Mittelalters, die für ihre Waffenproduktion bekannt waren, wurden regelrechte Waffenmessen abgehalten...mehr

Waffenwacht
Definition:Die Nacht vor der Schwertleite des angehenden Ritters

Die Nacht vor der Schwertleite verbrachte der angehende Ritter in der Kirche bei seinen Waffen und seiner Rüstung.

Wagenarmbrust
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Wahlkapitulation
Definition:Vertragliche Vereinbarung zwischen einem Wählergremium und dem zu wählenden Kandidaten

In der Wahlkapitualtion werden die Bedingungen festgelegt sind, an die sich der Gewählte zu halten hat und nach denen er seine Herrschaft ausüben soll. Meist wurden in Wahlkapitulationen vor allem die Rechte und Freiheiten des Wählergremiums selbst festgeschrieben. Wahlkapitulationen gab es schon im Mittelalter zwischen Domkapitel und Bischof, seit 1519 (Kaiser Karl V.) auch zwischen Kurfürsten und dem zu wählendem Kaiser bzw. Römischen König. Die Wahlkapitulationen zählten zu den Grundgesetzen des Reiches; sie wurden von Wahl zu Wahl weiter fortgeschrieben und sicherten die zentralen Mitspracherechte der Reichsstände gegenüber dem Kaiser.
Die Bemühungen der Reichsfürsten, nach dem Westfälischen Frieden eine "Capitulatio perpetua", eine immerwährende Wahlkapitulation und damit so etwas wie eine schriftliche Verfassung des Reiches festzulegen, scheiterte, weil man sich über viele Einzelpunkte nicht einigen konnte und weil vor allem der Kurfürsten die Einbuße ihrer Vorrangstellung befürchteten. (Text: Uni Münster)

Wallarmbrust
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Wallburgen
Definition:Burgentyp

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Burgwall.

Wallfahrt
Definition:Fahrt oder Fußmarsch einzelner oder zusammengehöriger Gruppen zu heiligen Stätten.

Wallfahrten dienen dazu, Gott für etwas zu danken oder um etwas zu bitten. Im Mittelalter waren vor allem Fernwallfahrten zu den heiligen Stätten der Christenheit beliebt, nach Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela. Die Angehörigen von Pilgern begleiteten diese oft bis zu einem Bildstock außerhalb des Wohnorts. Dort nahmen die Pilger von der Familie "Urlaub" und begaben sich auf den Weg. Wegkreuze oder Bildstöcke, bei denen sich die Pilger von den Angehörigen verabschiedeten, um allein weiter zu ziehen, hießen deshalb Urlauberkreuze. Vermögende Personen, die nicht selbst reisen konnten oder die Strapazen nicht auf sich nehmen wollten, mieteten einen Pilger, der in ihrem Namen die Reise unternahm. Seit dem Barock änderten sich die Gewohnheiten. Jetzt wurde die Nah-Wallfahrt üblich, die jeder selbst unternehmen konnte und die auch heute noch, manchmal als Gruppenwallfahrt, zu Wallfahrtskirchen mit oft nur regionaler Bedeutung durchgeführt wird. Einfluss auf das Wallfahrtwesen haben Gnadenbilder und Reliquien. Ein spezieller Brauch war, den in manchen Kirchen zu findenden "Jerusalemsweg" auf den Knien entlang zu rutschen.

Walmdach
Definition:Dachform

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Dach.

Wandelgang
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort "Arkaden".

Wappen
Definition:

Für die Entstehung des Wappenwesens war der Umstand, dass man den Gegner bei einem Turnier nicht erkennen konnte, eine wesentliche Ursache...mehr

Wappenkartusche
Definition:

Oft oberhalb des Burgtores angebrachter und in dessen Gestaltung einbezogener Zierrahmen mit dem Wappen des Besitzers bzw. des Erbauers, oft durch eine Jahreszahl ergänzt.

Wappenschau (Turnier)
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Turnier.

Warttürme
Definition:

Die Stadtbewohner errichteten vor der Stadt zuweilen Warttürme (Warte, Wachtturm), um ihre Feldmark und ihre Herden gegen Räuber zu schützen. Die Wächter standen auf der Hochwacht, einem schlanken als Beobachtungsposten dienenden Türmchen, und warnten im Notfall die Stadt mit Horn- oder Lichtsignalen. Bis von dort Hilfe nahte, konnten die Herden in einem zum Wartturm gehörigen ummauerten Pferch Schutz finden. (siehe auch Türme)

Wasserleitung
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Wasserversorgung.

Wasserprobe
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter.

Wasserversorgung
Definition:

Eine der zentralen Probleme der mittelalterlichen Städte, Dörfer und Burgen war die Versorgung der Einwohner mit Trink- und Brauchwasser ...mehr

Wegstunde
Definition:Alte Entfernungsangabe

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Wehrplattform
Definition:Oberstes Stockwerk des Bergfried

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Bergfried

Weichbild
Definition:

Ursprünglich das Stadtrecht, dann der Sprengel des Stadtgerichts und endlich die Stadt selbst.

Weichbild nannte man ferner bestimmte, hauptsächliche städtische Rechte und Besitzformen, so die Erbleihe, das Weichbildgut, dann eine Rente überhaupt (Weichbildrente).

Weihbischof
Definition:

Seit dem 11. Jahrhundert wird der Weihbischof dem regierenden Bischof als Helfer in der Ausübung der Weihegewalt zur Seite gestellt. Dem Weihbischof können auch bestimmte Sachgebiete oder Regionen zur selbständigen Betreuung in ständiger Vertretung des Bischofs von diesem zugewiesen werden. Im Kirchenrecht wird man den Begriff "Weihbischof" vergeblich suchen. Eigentlich handelt es sich nämlich um "Titularbischöfe" (Auxiliabischof) ohne eigene Diözese, die zu Hilfsdiensten einem anderen Bistum zugeteilt werden. Sein Amt ist nur delegiert und auf Zeit verliehen.

Weißpfennig
Definition:alte Währungseinheit

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Münzen, Maße und Gewichte.

Weistum
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Recht im Mittelalter.

Welfen
Definition:Seit dem 8. Jahrhundert bekanntes deutsches Fürstengeschlecht

Bekannter Vertreter dieses Herrschaftsgeschlechtes war Heinrich der Löwe.

Welsche Haube
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Dach.

Werth (Wörth, werder)
Definition:Flussinsel

Der Ausdruck wird auch für zwischen Flüssen und stehenden Gewässern gelegenes Land sowie für eingedeichtes oder aus Sumpf trockengelegtes und urbar gemachtes Land gebraucht.

Weströmisches Reich
Definition:

Kirchlich-religiöser Vorgang der Auszeichnung und Weihe eines Königs in symbolischer Form, ähnlich wie die Erteilung von Sakramenten, wohl auch Verpflichtung des Königs auf die Gebote des Christentums; Ausdruck der Auserwähltheit des mittelalterlichen Herrschers durch Gott, Symbol für das enge Bündnis von "Thron" und "Altar".

Wichhaus
Definition:

Als Wichhäuser bezeichnet man kleine Kampfhäuschen auf der Ringmauer oder am Fuß eines Turmhelms. Wolfram von Eschenbach unterscheidet in seinem 1205 verfaßten Parzifal zwischen wichus und ärker, allerdings ohne die Unterscheidungsmerkmale zu nennen.

Widder
Definition:Sturmgerätschaft

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen

Widersage
Definition:

Die Fehde musste durch eine förmliche Kriegserklärung, die sog. Absage oder Auf- bzw. Widersage, eröffnet werden... mehr

Wiener Kongress
Definition:

Am 18.9.1814 begannen die Verhandlungen in Wien mit dem Ziel, das europäische Staatensystem neu zu ordnen. Am 1.11.1814 wurde der Wiener Kongress offiziell eröffnet ...mehr.

Wimperge
Definition:

Ein schlanker gotischer Ziergiebel über einem Fenster, einer Türöffnung oder über der Seite einer Konsole oder eines Baldachins.

Windarmbrust
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Windberge
Definition:

Hohe Zinnen, hinter denen sich der Schütze zum Spannen der Armbrust bzw. zum Laden des Gewehres zurückziehen konnte.

Wingert
Definition:

In Süd- und Westdeutschland bzw. in der Schweiz Bezeichnung für den Weinberg bzw. Weingarten.

Wipparmbrust
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Wippe
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Wittum
Definition:

Ursprünglich der Preis, der für die Braut an den Verlober gezahlt wurde. Schon früh wurde das Wittum vom Verlober der Braut überlassen, dann überhaupt vom Mann ihr unmittelbar gegeben, so dass es nunmehr als "dos" (Aussteuer) bezeichnet wurde. Der Preis konnte Mobilien und Immobolien enthalten. Das Wittum wurde so der Morgengabe ähnlich, verschmolz teils mit ihr, trat an ihre Stelle und nahm auch ihren Namen an. Es wurde nun zur eigentlichen Witwenversorgung Meist war das Wittum lebenslängliches Eigentum der Witwe.

Wohnturm
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Wohnturm und Donjon.

Wolf
Definition:

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Baukräne.

Wolfsgrube
Definition:

Grube hinter dem Burgtor, in welche unvermutet eindringende Feinde fallen sollen, oft in Verbindung mit einer Wippbrücke.

Wormser Kapitell
Definition:

Blatt-Stengel-Kapitell am Dom-Westchor; stilprägend am Oberrhein.

Wormser Konkordat
Definition:

Ein im Jahr 1122 zwischen König Heinrich V., dem Sohn Heinrichs IV., und päpstlichen Gesandten (Papst Calixt II.) geschlossener Vertrag, der den Investiturstreit (vorerst) beendete. Heinrich V. verzichtet auf die Einsetzung des Bischofs mit Ring und Stab und erlaubt die freie kirchliche Wahl und Weihe des Bischofs. Der Papst gestattet, dass in Deutschland die Wahl der Bischöfe in Gegenwart des Königs stattfindet und der gewählte Bischof vom König durch die Übergabe des Zepters das weltliche Lehen erhält und ihm dafür den Lehnseid leistet.

Wurfmaschinen
Definition:Belagerungsgerät

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

Wüstung
Definition:

Die im Mittelalter und besonders im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) und dem dadurch bedingten massiven Bevölkerungsrückgang aufgegebenen und verlassenen Ortschaften zerfielen. Steinhäuser (Kirchen) wurden als Steinbruch genutzt. Solche Ortschaften, von denen man heute keine oder nur noch rudimentäre Spuren sieht heißen Wüstungen. Historiker bezeichnen den Wüstungsvorgang gerne etwas altertümlich mit "der Ort ist wüst gefallen".

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