Niederberg am Mittelrhein

Zur Geschichte von Niederberg

Römersteine

Im 2. Jahrhundert errichteten die Römer in Niederberg ein kleines Kastel, das den Befestigungswall des Limes verstärken sollte.
Nach dem rechtsrheinischen Limes-Bau unter Domitian (81-96 n. Chr.) bildete sich an den Etappenstützpunkt Koblenz schnell eine bürgerliche Siedlung. Die Truppenlager befanden sich auf der rechten Rheinseite, in Niederberg im Bereich des im Volksmund „Alteburg“ benannten Bezirks. Immer wieder ist man dort auf Spuren der Römer gestoßen. Durch die im Jahre 1895 vorgenommenen Ausgrabungen sind Größe und Einrichtung dieses Kastells bei Niederberg weitgehend bekannt geworden.
Das Kastell lag nur 7 Kilometer vom Limes entfernt, es diente als Brückenkopf und beherrschte zugleich die Straße, die am Ehrenbreitstein entlang nach Koblenz führte.
Das Kastell hatte beträchtliche Ausmaße. Sie werden mit rund 177 x 158 Meter angegeben. Auch das Lagerdorf war offenbar sehr ausgedehnt, es lag sowohl östlich wie westlich des Kastells. Am westlichen Ende fand sich ein Gräberfeld, auf dem östlichen Teil, in der Nähe der Kirche, fand man eine Reihe von Sigillata, nicht unweit davon einen römischen Brunnen.
Erbaut wurde das Kastell um das Jahr 100. Stempel der 14. Legion und früheste Stempeltypen der 22 Legion kamen zum Vorschein. Die Besatzung des Kastells bildete eine beerittene Kohorte (Cohors VII Raetorum equitata), die von 74-134 in Germanien stationiert war. Der aufgefundene Stein (mit den beiden Schmalseiten rechts und links) (Abbildung links) trägt auf der Vorderseite am Schluss die Angabe der Besatzung: coh(ortis) VII Raetor(um) eq(uitatae). Die in der bürgerlichen Siedlung gefundenen Stempel gehören in die spätere Zeit der römischen Herrscher Hadrian und  Antoninus Pius.
Das Niederberger Kastel wird aber bereits 259 beim Einfall germanischer Volksgruppen in das römische Grenzland zerstört.
Im Bereich des Kastells befand sich später Grund- und Herrschaftsbesitz der austrasischen Könige. Sie unterhielten hier einen Königshof, der bis ins späte Mittelalter Bestand hatte.
Am 1. Juli 1937 wurde Niederberg in die Stadt Koblenz eingemeindet.

Die Orte Arenberg, Arzheim, Asterstein, Bubenheim, Ehrenbreitstein, Güls, Horchheim, Immendorf, Kesselheim, Lay, Lützel, Metternich, Moselweiß, Neuendorf, Niederberg, Pfaffendorf, Rübenach, Stolzenfels und Wallersheim gehören heute zur Stadt Koblenz.

Text und Bild: Franke, Kostbarkeiten S. 60;  schaengel.de; redakt. Bearb. S.G.