Mainz in Rheinhessen

Der Zoll am Eisentürlein

Neben der Zollstelle in Vilzbach, an der der Rheinzoll entrichtet werden musste, hatte die Stadt beim Eisentürlein ihre Hauptzollstelle eingerichtet.

Mitte des 15. Jahrhunderts war sie zur Hälfte an die von Jungen verpachtet. Es waren sechs Personen an der Zollstelle am Eisentürlein. Die Zollstelle war von ca. 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Während der Dienstzeit besichtigten Zollschreiber und Beseher die ankommenden Schiffe und führten entsprechend Buch. Nachts war der Zollturm verschlossen und die Vereinnahmung jeglicher Zolleinkünfte untersagt. Die Zöllner durften selbst keine Schiffe besitzen, sich nicht an Kaufgeschäften beteiligen und auch keine zollpflichtigen fremden Kaufleute beherbergen. Die Annahme von Geschenken war untersagt.

Im Jahr 1461 bestellte der Rat der Stadt gegen ein entsprechendes Gehalt den Schneider Conrat von Gißen zum städtischen Zöllner.

0.1.Die Uhr auf dem Zollturm 1454

Der brief vbir die uw(e)r off dem zollthorn – 17. Dezember 1454

Bürgermeister und Rat der Stadt Mainz erlauben dem Zollschreiber Karle Becherer, ein uwern gestelle vnd ein schelle auf den städtischen Zollturm zu stellen bzw. zu hängen. Das uwer wergk hat der Zollschreiber auf eigene Kosten machen lassen. Er will sie [die Uhr] später der Stadt vererben.

Datum feria 3a post Lucie anno etc. [14]54

0.2.Der Mainzer Zoll 1457

Bestellung des Zolls zu Mainz - 18. August 1457.[Anm. 1]

Der Rat zu Mainz und Heinrich (IV.) zum Jungen einigten sich zum Nutzen des Mainzer Zolls und zur Vermeidung hoher Kosten auf folgende Punkte: Bestellung des zolles zu Mentz Zu wisßen das der rait zo Mentz vnd Heinrich zum Junge(n) dieser nachgeschreben punte / zu notz vnd forderonge des zollis doselbst vnd großen sweren vnkosten zuv(er)myden / vberkomen sint nu furbaßer me zuhalten jn maßen eigintlichen her nachgeschr(ieben) stet. Jt(em) zum erste(n) so sollen hienfur nit me dann sehs p(ar)sone off den zolle geen nemlich zwen / von des rats wegen and zwen von des zum Jungen wege(n) die dann(n) nit herre(n) jungh(er)n / oder knecht geheischen sund(er) gemeyn zoldiener genant werden sollen vnd dar zü sall / man(n) haben eine(n) schriber vnd einen beseher vnd sall man eyne(n) igliche(n) zu lone geben / als her nachfolget vnd heruber sollen sie keynerley zeru(n)ge gerisch geschencke oder / anders me von dem zolle haben oder nemen eß sij wenig oder viel in dhein wijse. Jt(em) dem schrib(er) sall ma(n) die woche einen guld(en) vnd ein orte geben <ANM>Das Wort ist über der Zeile beigefügt.</ANM>. Jtem dem beseher die / woche eine(n) guld(en). Jtem den vier zoldienern iglichem die woche auch eyne(n) guld(en). Jt(em) vnd dar zu sall yen gemeinlich zu glichem deile gefallen schancke vnd / lieberonge den ma(n) nennet daz paffen gelt den sie biß her von den Erbechern Arns- purgern vnd etliche(n) stifften vnd clostern jn vnd ußwendig der stat gelege(n) vnd / sust von andern fursten vnd herre(n) die am zolle geerit werden gehabt han doch / also / das sie nyemants vmb solich eregelt notigen sunder alleyn von yen neme(n) das / sie mit willen geben vnd sollen sich alle von solichem schancke vnd paffen gelde / der stat vnd dem zum Junge(n) zu eren zum jare eins cleyden vnd solich cleydong / sollen sie machen laßen mit farben eyne jare wie der rait sie bescheidet / vnd daz / ander jare wie der zum Jungen oder wer sin teile zollis zu zijte(n) jnhait sie / heißet an gev(er)de. Vnd heroff so sollint schrib(er) vnd beseher vnd die and(er) zoldiener obgemelt(e) iglich(er) / nach sine(n) gepore vnd so ferre yen antrifft diese hernachgeschreben stucke glo- / ben vnd zu den helig(en) sweren nu furt(er) zu halten mit namen vnd zum ersten / des zollis schaden zuv(er)huden vnd den getrulich zu warnen vnd den kaufflute(n) zu rechte(n) / zijten an gev(er)de zu helffen vnd des zollis getrulich zu waren an gev(er)de vnd dem zolle / vnd kaufflute(n) nach iren besten synnen nach dem sie eynen iglichen findent glimplich / vnd bescheidenlich zu tun vnd keyn glt uber eynen gulden an keynen enden zu ne- / men wann(n) of den rechten zolkisten vnd sie sollint auch mit beratem vereynigte(n) / willen den kaufflute(n) solich gutlichkeit als man(n) yen in dem widd(er)gebe(n) tun wirdet / zu yeder zijt samptlich tun vnd ire eyner nit ane den andern dar an keyns sund(er)n / gewalts an nemen oder sich des gepruchen in dhein wijse. Jtem sie sollint dem <ANM> Darüber von anderen Hand: "uns etc."</ANM> rate vnd der gemeyne(n) stat vnd Heinrich zum Jungen getruwe / vnd holt sin vnd vir jrme schaden warnen vnd keyn schiff zu besehen noch zu / verzollen zu den zweyn zijten jn dem dage mit name(n) zu p(ri)vie vnd zu vesper es / sij dann von iglicher sijten ein zoldiener do bij zum mynsten vnd wilcherley / schiff vor oder nach den zol koment vnd die kaufflute bittent vnd begerent / daz mann(n) ire gelt neme vnd ien helffe daz sie fertig werdent wann(n) dann der / zoldiener eyner do bij were eß w(er)e von der stede wegen od(er) von Heinrichs wege(n) / so mogent sie den schiffen wole helffen vnd von den pilgerin vnd mistschiffen / den mogint der schriber vnd beseher samptlich oder ire eyner besund(er) oder die / ander diener helffen vnd daz gelt do von sollint sie zu stunt vnd so balde sie zu / samen ko(m)ment of dem zolle jn der andern gegenwertikeit werffen jn die busch. Jtem auch sollint der schriber vnd beseher off alle schiff geen / ane gev(er)de vnd der / schriber sall getrulich anschriben was der beseher jn iglichem schiff besiehit vnd / ob der beseher jn einchen schiff zwijfel hette dar zu sall er dem beseher zu iglicher / zijt getrulich off daz glichst helffen besehen vnd vnderwijsen ob den schriber be- / duchte das der beseher einch schiff zu vnnutz des zollis oder vbernemonge des kauf- / mans besehen hette das er auch yen off glich recht wege dem zolle zu nutze / vnd dem kaufman(n) zu beheltnisse vnderwise nach sinem besten synnen vnd / daz ire keyner an einchen zolbar gute teile oder gemeyn haben noch selber tun / furen sall an alle gev(er)de vnd der beseher sall auch keyn sunder heymelich / gespreche mit einchem kauffman(n) ee vnd in dem er verzollit haben in dhein / wijse an alle gev(er)de. Jtem der schriber sall auch nyemant des nachtis dorch den zollthorn so die / porten besloßen sint uß noch jnlaßen. Jt(em) der schriber sall alle gelt daz am zolle gefellit eß sij wenig oder viel wie / oder dorch wen es gegeb(e)n oder in wilcherley montzen es gefellit an schribe(n) / vnd sall auch daz alsdann von stunt an alle sunderu(n)ge oder anderunge in / gegenwortikeit der zoldiener von beiden sijten in die zolbusch getan werd(en) / es w(er)e dann(n) das ir eyner von wilcher sijten der were des zollis geschickes / oder siner libs nothalber do bij nit gesin mochte / so solt mann(n) doch daz tun jn der / anderen bijwesen an gev(er)de. Doch was des geldis w(er)e das do entzelingen von cley- / nem gerisch of die martage oder sust gefiele / daz sal mann(n) jn eyne sunder busch / oder beheltnisse tun vnd der zollschriber sall daz of denselb(e)n tag als eß gefellit / des abindst jn eyn so(m)me rechen vnd an schriben vnd dar nach auch in die recht / zolbusch werffen. Jt(em) dieselbe zolbusch sall auch nit ee dann zum maende offgetan werden jnge- / genwortikeit der ihenen die der rait von siner sijten vnde der zum Jungen / vom siner sijten dar zu /zu iglicher zijt ordenen vnd dar bij zu sin bescheid(en) / werden vnd sollen die slußil zu solicher buschen jnhan der rait eynen vnd / der zum Jungen den andern oder wer iglich teile den von sine(n) wege(n) ingibt. Jt(em) der zollschrib(er) sall auch allen maendt wann(n) man(n) die zolbusch also wie / obgemelt ist ofgetan vnd daz gelt gedeilt hait ein regist(er) vnd rechinschaft / von allem jnnemen vnd ußgeben daz er von des zollis wegen getan hait dem / rate vnd auch dem zum Junge(n) vberlieb(er)n off daz man(n) wisßen moge was / daz zum jare getrage(n) habe. Jtem als die zoller biß her bort schiff vnd ander zolbar gute off verkauff kauft / han / des sollen sie furter enperen vnd auch mit nyema(n)t dar an deile oder gemeyn han. Jt(em) ir keyner sall auch hyenfur keine zolbar geste halten. Jtem sie sollent auch gemeinlich oder ir iglicher in sonderheit keynerley gerisch / liepnisse oder schencke von der kauffluten die mit irer kauffmanschaft vor dem / zolle off oder abe farent / nemen abgetan alle gev(er)de vnd argelist. Jtem vmb die wacht off dem Rine vnd off dem zolle wollen der rait vnd / der zum Jungen auch gehalten haben vnd die zum besten vorneme(n) vnd wie / das dorch sie bestalt wirdet dem sollen die zoller nachko(m)men. Vnd der rait vnd der zum Jüngen behalten yen her jn die macht die obgechr(iebenen) / puncte zü mynnern vnd zu merern oder zu male abzutun wilch ziht oder / wann(n) yen eben vnd sie dem gemeynen zolle nottz vnd bequeme sin dunckt / an intrag vnd widderredde allermenlichs. Diesen vorgeschreb(e)n eidt / hant diese hernachgeschr(ibenenen) p(ar)sonen glopt vnd gesworn / mit na(me)n Karle Becherer zolschriber / Schol Endris beseher Gnesegerne Crafft Clesgin / vnd Henchgin von Albich off dornstag nach Assu(m)pc(ionem) Marie anno etc. LVIImo.

0.3.Pflichten des Zöllners 1461

Abeschrifft eyns brieffe als der zoller an dem Jsendorlin pleget vbir sich zcu geben - 25. Februar 1461[Anm. 2]

[fol. 124v]

Jch Conrat von Gißen snider bekennen jnn diesem brieffe / so als mich die ersamen wijsen burgermeiste(r) vnd rat der stat Me(n)tz my(n) lieben h(e)r(e)n zcu irem diener vnd zcoller am Jsendorlin ufgno(m)men vnd do mit begabt han(n) / daz ich mich alsdarumb my(n) leptage gantz uß gegen yen(n) vnd der gemey(n) stadt Mentz verplichtiget vnd verbunden han(n) jnmaßen hernach solget.

Zum erste(n) so sol vnd wille ich der porten obgemelt getrulichen warten vnd warnemen waz zu yeder czijt dar uß vnd jnn(n) gefurt adir getragen wirdet vnd waz der stat davon gepurlich ist zcu geben / als dan(n) hernach vnderscheidenlichen begriffen stet / das gelt douon zu fordern vnd offtzuheben vnd one alles abthün czu liebern an ende vnd stede / als ich von den rentmeistern vff Laneck ader den hußmeist(e)rn jm kauffhuß zu yeder zijt bescheiden werden /

Jch sal vnd will auch nit vber eyn(n) halb uwer von der porten gen vnd bliben / ane wißen vnd v(er)hengnisse der g(e)n(ann)t(en) rentmeiste(r) off Laneck / Vnd wann(n) ich also von dann(en) geen wurde / so sal vnd wil ich doch / zu yeder zijt bestellen daz der porten flißiglichen gewartet werde / durch myn(e) hußfrauwe vnd myn(n) gesinde.

Jtem sal ich flißeglich warneme(n) / waz win jnn(n) der stat geladen werden vnd jnn(n) den nehen vbir Ryne schiffen wollen / daz ich die nit sal schiffen laßen an zeichen der off Loneck / Jst aber Laneck nit offen / so sal er doch ir eyns ware zeichen han(n) / nach dem sie mich zu yeder zijt bescheiden werdenn.

Jch sal auch warten vff die geschirre di do wine geladen hab(e)n / vnd durch die stat uß her jnn(n) / vbir Rine schiffen wollen / die sal ich nit schiffen laßen / an zeichen der vff Laneck. Were aber Laneck nit offen / ader ob eß eyn(n) heiligtag were / so sal ich von iglicher ame drij pfe(n)nige nemen vnd sie faren laßen / Daz selbe gelt ich zu(m) nehisten so Laneck off geet ane allis abthun den rentmeistern obgemelt liebern / vnd antw(or)ten sal.

Jtem ich sal auch warten off alle Kolsch schiffe Binger nachen ander schiffe vnd auch off die nehen wann(n) sie an ire(n) gewo(n)lichen fare an lant ko(m)men sie faren oben herabe ader vnden heroff obe einiche frucht wine bier melt oder broit do jnne sij / vnd jn die stat ko(m)men solle do von den rentmeistern(n) etwan

[fol. 125]

zu geben gepurt / daz sal ich off Laneck melden vnd furbrengen. Vnd ob einich schiffman(n) sin hußfrauwe oder gesinde / solichs nit offenbaren / vnd daz heimlich jnn(n) die stat brengen oder tragen laßen wolten so sol ich daz nemen/ vnd daz off Laneck sagen / Wie mir dan(n) zu yeder zijt von yen eyn(n) bescheit geb(e)n wirdet / dem sal ich nach geen.

Wereß auch daz yemants / er we(re) frembde oder heimisch etwas / eß were win frucht mele oder broit / uß den schiffen nachen oder nehen odir sust uß oder jnn(n) die stat verholen verborge(n) oder verstolen furen oder trage(n) wolte daroff sal ich eygentlich ware nemen / vnd solich wine broit oder frucht zu mir neme(n) vnd solichs of Lonck sagen / vnd nit widdergeb(e)n an iren bescheit /

Jtem jnn(n) der erne jm herbest / vnd auch sust dar nach / so sal ich auch neymants er sij geistlich od(e)r werntlich frembde oder heimische einiche frucht ader wine / eß sij pacht gulte lehen zehenden gewasch oder anders jnn die stat furen oder trage(n) laßen / an zeichen vnd bescheit der vff Laneck.

Jtem sal ich auch off die heilige(n) tage vnd zu andern zijten durch mich selbs des zolgeldes wegeldes vnd anders getruwelichen warten / Vnd wes ich von den rentmeist(e)rn off Laneck die renten antreffen zu yeder zijt bescheyden werden / dem sol ich nachgen vnd yen darjnn(n) gewertig vnd gehorsam sin / Vnd wes mir nit wißentlich ist die renten antreffen / daz sal ich zu yeder zijt off Laneck fragen / vnd mich darjnn bescheiden laßen /

Sluge man(n) auch einche frucht vbir / vß eym(m) schiff oder nehen jnn(n) daz ander denselben die solichen vbirslag jnnemen / den sal ich v(er)bieten von der stede vnd der renten wegen nergent zufaren sie hab(e)n dan solichs v(er)antwurtet vnd verracht vff den renten /

Jtem jn der wochen / so man(n) woche(n) mart hait / daz ist mitwoch vnd frijtag / so sal ich warneme(m) / off dem dinstag vnd dornstag / nach zwolff uren oder auch des mitwochen oder frijtag(en) zu morgen / ee dan(n) man(n) daz baner abgedut / daz neyemant er sij geistlich ader werntlich frembde oder heimsch burger ader bijwoner einche frucht keüffe / er sij wenig oder viel / vnd wo ich des jnnen odir geware wurde / die sal ich v(er)bieten vnd hemmen vnd daz den rentmeistern off Laneck sagen vnd verkunden /

Jch sal vnd wil auch solich banyere / die man off die vorg(e)n(ann)t(en) martage pleget uß zustecken off die martplehen / verwaren vnd die alle martage ußstecken / so die erste frucht off den mart kompt / vnd die nit abethu(n) / ich wurde

[fol. 125v]

des dann(n) bescheiden von den rentmeist(e)rn off Laneck. Vnd dwile die baner also sten / sal vnd wil ich warnemen daz nyemant eynche(n) mart oder keuff mache / vnd daz alle secke zu gebunden bliben / vnd nit off gethan(n) werden / biß daz die baner abko(m)men.

Jtem wan(n) auch den burgern wine an den krane(n) ko(m)men / die man(n) do heben / vnd furt jn die stat furen sol dieselben faß sal ich czeichen / an eine(m) steyne / als die ritzunge eyns iglichen faßes stet / vnd den steyn(n) / als mit der ritzunge of Laneck [Anm. 3] brengen / wann(n) ich des / von den off Laneck bescheiden werden /

Jt(em) ob eym(e) burger wine ober Rine here qwemen / off wage(n) oder karren dieselben faß sal ich auch ane zeichen waz sie halt(e) / vnd also vertzeichent off Laneck brengen vnd die wine jnn(n) geen laßen / vnd die schirre nit widder vbir schiffen laßen / er habe dann(n) zeichen von Laneck/ Were aber Laneck zu oder das eyn(n) heiliger tag were / so sal ich nemen eyn(n) pfandt mitnamen von dem fuder mit namen von dem fuder zwen guld(en) von dem halben eyn(en) guld(en) vnd von der am VI alb(us) vnd solich gelt vnd pfandt von stündt so Laneck off geet / dar jnn(n) tragen / vnd do mit solich vertzeycheniße / wie viel sie sten / Wereß aber daz solich wine jnn(n) den nehen odir schiffen bloß ligen an geschirre vnd mit kerchern die jn der stat wonhafftig sint / jn die stat fure(n) wolten / die sal ich nit laßen jnfuren / sie sin dan(n) vor v(er)recht oder habe dar vor guld(en) ader silberen pfande / vnd damit alsdann(n) thün jnmaßen itzgerurt ist /

Jt(em) sal vnd wil ich auch getruweliche(n) wart(e)n vnd warnemen / waz von hußrat od(e)r kauffma(n)schafft / uß ader jnn(n) die stat gefurt od(e)r getragen wirdet / daz ich von den ihenen / die solichs also furen od(e)r tragen / erforschen vnd fordern sol / ob sie auch des von den hußmeist(e)rn jm kauffhuß / zeichen oder orlaub hab(e)n. Jst des nit / so sal ich sie nit fare(n) laßen ich habe des dan(n) eyn wißen. Auch sal ich flißiglich warneme(n) vnd besehen ob einich ware oder kauffma(n)schafft / uß oder jn den großen frechter schiffen Kolschen odir Binger nachen oder andern schiffen gefurt oder vbirslagen wirdet / eß sij jmtage oder jnn(n) der nacht / wie mir daz zu wißen wirdet / daz ich daz zu yeder zijt den hußmeistern sagen vnd v(er)kunden sal /

Vnd sal sie nit faren laßen / sie hab(e)n dan ir zeichen uß dem kauffhuß vnd sich mit den renten darümb v(er)recht / Jch sal vnd wil auch von yeden Kolschen nachen der hier zü lande heldet neme(n)

[fol. 126]

vnd offheben vier h(e)ll(e)r. Jst er aber von Collen der solichen nachen furet so sal er mir geb(e)n sieb(e)n hell(e)r vnd solich gelt von stünt vnd so ich forderlichst mag / an allis abthün jn daz kauffhuß den hußmeist(e)rn liebern vnd antw(or)ten. Dar zu so sol vnd wil ich zu yeder ziht den rentmeist(e)rn vnd den hußmeist(e)rn jm kauffhuß gehorsam vnd gewertig sin / wes sie mich von der stede vnd den renten wegen / vber diese obgemelte stucke zu thun bescheyden werden / vnd daz getruwelichen thun vnd dem nachgeen. Jch sal vnd wil auch den burg(er)meist(e)rn vnd rat my(n) lieben h(er)rn obg(e)n(ann)t(en) iren burgern vnd den iren getruwe vnd holt sin vnd sie fur ire(n) schaden getruwelichen warne(n). Vnd ob ich etwaz zu schaffen hette oder gewon(n)ne daz sol vnd wil ich mit yen zu ende vnd ußtrage ko(m)men jnn(n) der stat Mentz / fur gericht geistlich od(e)r w(er)ntlich od(e)r vor dem rade do selbst / Wo sich dann(n) eyn(n) yede sache / an der itzgerurt(en) ende eyne(n) / mit recht ußzutrage(n) gepurt vnd nergant anderß woe /

Vnd vmb solichen myne(n) dinste vnd bünteniße alle fronefasten jm jar(e) / geben / zu iglicher fronfasten funff phünt eyn(n) schilling vnd duch zu eym(m) rocke.

Vnd her jnn(n) ist beret welch tzujt oder wan(n) ich mich nit weselichen oder reddelichen an solichem ampt hielte daz sie alsßdan(n) mir one allen jnn(n)trag vnd widderredde orlaup geben vnd mir diesen mynen dinste uffsagen mogen / vnd ich yen nit / an iren willen vnd wißen /

Alle vnd igliche vorgeschr(ieben) stucke pünte vnd artickel han ich jn guten truwen globt vnd liplich zu Got vnd den heyligen gesworn feste vnd stede zu halten abgetahnn(n) alle geuerde vnd argelist.

Des zu vrkünde hanich gepete(n) den ersamen Gabriel von Kentzingen daz er sin jngesieg(el) mich aller vorgeschr(iebenen) dinge zu besagen / an diesen brieff thun hencken. Des ich Gabriel itzg(e)n(ann)t erke(n)nen vnd also vo(n) bete wegen v(er)sieg(el)t hann(n) doch mir vnd myn(en) erben an schaden.

Datu(m) anno d(omin)i mill(es)i(m)o q(uo)d(am)mo(do) sexagesimo p(ri)mo ffe(r)ia quarta p(ro)x(ima) p(ost) d(omi)nica(m) Jnuocauit.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff

Aktualisiert am: 9.12.2014

Anmerkungen:

  1. StA Würzburg, MzBü 2 fol. 62v-63: Hochdeutsche Übertragung bei Schrohe, Beiträge 10, S. 52f. Zurück
  2. StA Würzburg, MzBü  5 ½ fol. 124v-125. Zurück
  3. Es folgt gestrichen »tragen«. Zurück