Koblenz am Mittelrhein

Bahnhöfe

Der erste Eisenbahnzug am Moselbahnhof

Ehemaliger Moselbahnhof in Koblenz

Am 11. November 1858 traf der erste Eisenbahnzug in Koblenz ein. Es war ein Ereignis ersten Ranges. Unter dem Jubel der Bürger und dem Donner der Kanonen, die auf den Stadtwällen am Moselweißer Tor aufgestellt waren, ratterte der Zug mit der girlandengeschmückten Lokomotive, die zudem den einfallsreichen Namen „Windsbraut“ trug, über die neue Moseleisenbahnbrücke und hielt um elf Uhr auf dem provisorischen Bahnhof an der Weißergasse.
Die Namen derer, die von Rolandseck aus mit dem Zug nach Koblenz fuhren, und ebenso derer, die den Zug in der Stadt erwarteten: sind überliefert. Darunter befanden sich die damalige Prinzessin Augusta mit ihrem Oheim, dem Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar, der Oberpräsident der Rheinprovinz von Kleist-Retzow, und der Graf Walbott-Bornheim, in Vertretung des Oberbürgermeisters Cadenbach. Es gab eine Feier im Bahnhof Rolandseck, die abends im Casino zu Koblenz fortgesetzt wurde.
Fünfzehn Jahre lang hatte die Stadt Koblenz – bedingt wohl durch strategische Überlegungen der Militärverwaltung - auf den Bahnanschluss Rolandseck-Koblenz warten müssen. Bereits seit Februar 1844 verkehrte die linksrheinische Eisenbahn auf der Strecke Köln-Bonn-Rolandseck. Nun fuhren viermal täglich Züge bis Köln und drei Züge bis Bonn und zurück.
Die Strecke Koblenz bis Bingen wurde schon im folgenden Jahr (1859) in Betrieb genommen. Auch die Bahnverbindung auf der rechten Rheinseite teilte das gleiche Schicksal wie die linksrheinische. Während bereits in den 50-er Jahren eine Verbindung zwischen Oberlahnstein und Wiesbaden bestand, war die Linie Deutz-Niederlahnstein (also Ehrenbreitstein) erst 1868 vollendet. Die Lahnstrecke wurde schon in den 60er Jahren befahren, die Mosellinie erst ab 1878. (Aus: Franke, Kostbarkeiten S. 42)

Koblenzer Hauptbahnhof

Nach der Zusammenlegung des vorher getrennten Rhein- und Moselbahnhofs wurde das Hauptbahnhofsgebäude im Jahr 1902 nach Skizzen der Königlichen Eisenbahndirektion Köln, bearbeitet durch Regierungsbaumeister Biecker sowie durch das Ministerium für öffentliche Arbeiten erbaut. Es handelt sich um einen Durchgangsbahnhof im Palasttypus mit Mittel- und Seitenpavillions, aus funktionellen Gesichtspunkten jedoch unter Aufgabe der strengen Symmetrie. Fassaden aus Tuff und gelbem Sandstein in neubarocken Formen. Bildhauerarbeiten von Degen (Köln). In jüngster Zeit wurde das Eingangsgebäude saniert.

Quelle: Dehio; Franke; redakt. Bearb. S.G.