Koblenz am Mittelrhein

0.Verschwundene Klöster der Stadt Koblenz

Seit dem Jahr 1233 hatten sich Dominikaner in der Weißergasse und seit 1236 die Franziskaner in der Kastorgasse niedergelassen. 1244 war in der Leer ein Zisterzienserinnenkloster gegründet worden. Darüber hinaus bestanden einige Beginenhäuser besonders in der Nähe des Dominikanerklosters. Aus ihnen ging das Dominikanerinnenkloster zur hl. Katharina in der Weißergasse hervor. Andere Beginenkonvente, die später in Nonnenklöstern aufgingen, lagen im Vogelsang und in der Görresgasse. Nur die bereits 1143 gegründete Benediktinerinnenabtei Oberwerth und die 1553 wahrscheinlich wiederbegründete Benediktinerabtei auf dem Beatusberg, die 1315 in ein Chorherrenstift und 1331 in ein Kartäuserkloster umgewandelt wurde, blieben außerhalb des Stadtberings.

0.1.Die Karmeliterkirche

Gedenkstein des Karmeliterklosters

Bald nach dem 30jährigen Krieg ließ sich als letzter geistlicher Orden der der Karmeliter nieder. Die heute leider zerstörte Kirche diente im 19. Jahrhundert als Garnisonskirche, die Klostergebäude bis zur Zerstörung der Anlage im 2. Weltkrieg als Gefängnis.
Die Steinmetzarbeit an dem Verwaltungsbau des Amtes für Wehrtechnik und Beschaffung erinnert an den Platz, auf dem, bis zu ihrer Zerstorung im letzten Krieg, die Karmeliterkirche und zu einem Teil die angrenzenden ehemaligen Klosterbauten der Karmeliter standen.
Von den kirchlichen Stiftungen der Stadt war das Karmeliterkloster die jüngste. 1654 bereits waren die ersten Karmelitermönche von Neuburg an der Donau nach Koblenz gekommen. Sie wohnten zunächst in der Nähe des Deutschordenshauses. Nach einem Ratsprotokoll wurde am 31. Oktober 1658 der Grundstein für den Klosterbau an der Rheinstraße gelegt. Nach Umplanungen und langwieriger Mittelbeschaffung scheint der Bau des Konvents erst 1673 richtig bewohnbar gewesen zu sein. Noch in den Jahren 1678-85 spendete Johann Hugo von Orsbeck, der Nachfolger Karl Kaspars, zum weiteren Ausbau „ansehnliche Beträge“.
Der Aufbau der Karmeliterkirche begann erst 1668. 1677 liest man von einer Schenkung eines Altares durch den Kurfürsten von Mainz. Der Kirchturm, südlich vom Chor gelegen, wird erst 1696-98 fertiggestellt. Die Jahreszahl 1687 wird wohl als das entscheidende Jahr der Fertigstellung anzusehen sein. Diese Zahl stand auch ehedem mit dem Stadtwappen auf der Stuckdecke der alten Eingangshalle.
Bei den Koblenzern hatten die Patres in hohem Ansehen gestanden, berichtet Christian von Stramberg. Ein Pater Cyrillus, der älteste des Konvents, sei am 10. März 1830 in Horchheim ge-storben.
Dieser Pater Cyrillus (Neckel) steht auch namentlich auf einem Dokument des Karmeliterkonventes aus dem Jahre 1802. Karmeliter-Prior war Hubertus Kewerig (Keverich) (1734-1807), der einzige Onkel Ludwig van Beethovens. Hubertus Kewerig leitete bei der Verstaatlichung des Kirchenvermögens die Übergabeverhandlungen. Am 27. August 1802 mussten die Koblenzer Karmeliter Kirche und Kloster verlassen.

0.2.Das Dominikanerkloster in der Weißergasse

Die gotische Klosterkirche wurde 1944 zerstört und 1955 bzw. 1958 abgerissen. Von der Anlage ist heute nur noch das prächtige Rokokoportal des Klosterhofes von 1754 erhalten. Die drei Bildwerke wurden 1967 von Rudi Scheuermann in freier Anlehnung an die ehemals dem Mainzer Bildhauer Nikolaus Binterim zugeschriebenen Werke nachgebildet. (Dehio)

0.3.Die Benediktinerinnenabtei Oberwerth

Verschwunden sind auch die Klostergebäude auf der Insel Oberwerth, Oberwerth war bis ins 19. Jahrhundert eine Insel und durch die Lache, einen schmalen Rheinarm, vom Festland getrennt. Hier bestand seit 1142 ein adliges Kloster der Benediktiner. Neubauten des 15. und des 18. Jahrhunderts sind bezeugt. Nachdem das Kloster 1784 eine große Überschwemmung noch überstanden hatte, mussten die adeligen Stiftsdamen 1794 bei dem Einfall der französischen Revolutionstruppen in die Rheinlande die Insel verlassen. Die Klostergemeinschaft wurde während der Säkularisation 1802 aufgelöst, die Bauten später abgebrochen.

0.4.Karthause und die Heiligkreuz-Kirche

Die Koblenzer Karthause wurde nach einem Kloster genannt. Die Reste des von den Franzosen aufgelösten ehemaligen Kartäuser Klosters wurden entfernt. Nur den Keller des Prioratsgebäudes am Osthang baute man zur Festungsbäckerei um. Im Hang, durch vier gemauerte Lisenen verstärkt und mit zwei quadratischen Türmchen an den Außenecken, ist der Keller noch heute deutlich sichtbar.
Neben einem steinernen Kruzifix (der weiße Herrgott), das an der Stelle eines Kreuzungspunkt stand, an dem die alte Löhrstraße in den Engelsweg (die spätere Römerstraße) mündete, die Beatusstraße auf den Markenbilchenweg traf und die Hunsrückhöhenstraße abzweigte, endeten die Heiligweg- Stationen aus der Stadt. Daneben im Weinberg (Kreuzberg) stand seit 1494 die hl. Kreuzkirche. Vom Stifter nach der Rückkehr aus dem hl. Land geplant, war sie in den Fels des Berges hineingebaut. Im Inneren dieser Kapelle wurde das hl. Grab dargestellt.
Der Berg galt als heilig weil hier - so die Überlieferung - zahlreiche Christen ihren unerschütterlichen Glauben mit einem gewaltsamen Tod bezahlten. Die Gebeine dieser Märtyrer, angeblich über dreißig, lagen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in der Krypta unter dem Altarraum der Klosterkirche.

Literatur:

  • Franke, Kostbarkeiten S. 220.

Redakt. Bearb. S.G.