Koblenz am Mittelrhein

Kapuzinerkloster

Die Ansiedlung der Kapuziner erfolgte 1627 auf persönlichen Wunsch des Trierer Kurfürsten Philip Christoph von Sötern. Die Klostergebäude wurden 1629 vollendet, die Kirche 1657 dem hl. Franziskus geweiht. Das Kloster wurde 1813 aufgehoben, die Gebäude teilweise abgebrochen. Seit 1861 diente die Anlage wieder als Kapuzinerkloster.
Es handelt sich um einen schlichten tonnengewölbten Saalbau aus Tuffquadern, die erst in neuerer Zeit verputzt wurden. Der Chor ist schmäler und schließt flach, die Westfront hat drei Giebel. Der nördliche Loretokapellen- und der südliche Klosterpfortengiebel sind kleiner als der mittlere. Über dem rundbogigen Portal findet sich eine Nische mit der Muttergottes (1655), am Sockel das Wappen Erzbischofs Karl Kaspar von der Leyen. Die Rokokoausstattung stammt aus der Zeit des Kurfürsten Franz Georg von Schönborn.
Drei Altaraufsätze 1753 nach Entwürfen von Johann Seiz mit Gemälden des Venezianers Daminij; Kanzel 1755 gestiftet; Oratorien mit Wappen des Kurfürsten von Walderdorff, bez. J. C.S. (Johann Caspar Stadelmeyer). In der Loretokapelle Altaraufsatz (1739), reich stuckierte Altarnische mit Vesperbild, 1747 von Kurfürst Franz Georg von Schönborn gestiftet, am Antependium in flachem Holzrelief die Ruhe auf der Flucht. - Kelche und Monstranzen von Koblenzer und Augsburger Goldschmieden des 18. Jahrhunderts.

Quelle: Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz Saarland. Bearb. von Hans Caspary u.a. Darmstadt 1985; redakt. Bearb. S.G.