Mainz in Rheinhessen

Stresemann-Ehrenmal (Fischtorplatz)

Das Denkmal für Gustav Stresemann

In Zusammenhang mit dem Abzug der französischen Besatzungstruppen am 30. Juni 1930 entstand in Mainz eine Initiative zur Errichtung eines Ehrenmals für den ehemaligen Außenminister Gustav Stresemann, dessen Verständigungs- und Aussöhnungspolitik Mainz das vorzeitige Ende der Besatzungszeit zu verdanken hatte. Trotz schwieriger Finanzierung konnte 1931 die Einweihung des Denkmals erfolgen. Es bestand aus einer 24 Meter breiten und 9 Meter tiefen Anlage, deren Mittelteil eine Höhe von 7,5 Metern erreichte. Im Innern stand eine Stresemann-Büste und vor dem Mittelteil, zum Rhein gewandt, ein fast 5 Meter hoher Reichsadler.

Die Einweihung erfolgte im Beisein des Reichsau-ßenministers Curtius, der Witwe und der Söhne Stresemanns und zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen kam es während des Festaktes zu einem Zwischenfall, als der SS-Mann Fritz Eitel plötzlich an das Mikrofon stürmte und "Deutschland erwache" rief.

Nach der "Machtergreifung" kursierten schnell Gerüchte, die von einem Abbruch des Ehrenmals durch die Nationalsozialisten sprachen. Diese hatten schon vor der "Machtergreifung" Stresemann als "Erfüllungs­politiker" zu verunglimpfen versucht. Auch wenn Abrisspläne zunächst von offizieller Seite dementiert wurden, schlossen die neuen Machthaber noch 1933 das Denkmal für die Öffentlichkeit. In den Jahren zwischen 1936 und 1938 erfolgte dann der komplette Abriss der Gedenkstätte.